Wachter stürzte beim letzten WM-Auftritt

Anita Wachter wird ihre Skisport-Karriere mit Saisonende beenden. Der Entschluss der Vorarlbergerin steht fest. "Ich habe die Entscheidung schon zu Saisonbeginn getroffen", erklärte die bald 34-jährige Kombinations-Olympiasiegerin von 1988 und Weltcup-Gesamtsiegerin 1992/93.
Als ob es nicht traurig genug wäre, dass die große Karriere der Anita Wachter zu Ende geht. Die sentimentale Favoritin des WM-Riesentorlaufs in St. Anton schied mit guter Zwischenzeit schon im ersten Lauf aus und vergoss danach im Zielraum Tränen.
Ein ungewohnter, aber verständlicher Gefühlsausbruch einer Sportlerin, die in 16 Karriere-Jahren alle Höhen und Tiefen erlebt hat. "Es geht schon wieder. Letztlich war es ja doch nur ein Skirennen", hatte sich Wachter aber nach ihrem letzten WM-Start bald wieder gefasst.
Vor zwei Jahren hat Wachter in Vail noch Bronze geholt, St. Anton hätte trotz der Serien-Ausfälle im Weltcup doch noch der krönende Höhepunkt mit WM-Gold sein sollen. Dementsprechend groß war die Nervosität. "Ich habe nicht wirklich gut geschlafen, erst auf der Piste ging es wieder", gestand Wachter. Im oberen Teil war die Vorarlbergerin dann bei unwirtlichen Bedingungen sogar noch schneller als die führende Sonja Nef, als sie ausschied, lag sie 83/100 zurück. "Ich wollte nicht zu rund fahren, sondern das Tor direkt nehmen, dann bin ich wieder einmal auf dem Skischuh ausgerutscht", erklärte Wachter. "Schade. Aber es wäre super gewesen, wenn es geklappt hätte. Ich wäre vorne mit dabei gewesen. So ist das Leben."
Das Leben. Die Gedanken daran waren es auch, die Anita letztlich trösteten. Die ebenfalls ausgeschiedene Martina Ertl erinnerte Wachter noch im Ziel an Schicksale wie das des gelähmten Thomas Fogdö. "Wenn man sieht, was zur Zeit auch bei uns passiert, darfst dich wirklich nicht beschweren", sagte dann auch Wachter in Erinnerung an ihren verunglückten Landsmann Alois Lipburger. Das sentimentale Gefühl, so Wachter, sei ja auch nicht allein deshalb da, weil es die letzte WM gewesen sei. "Es ist einfach so, wennst so lange dabei warst. Das wird schon noch ganz schön klemmen. Aber ich habe in meiner Karriere mehr schöne als schlechte Momente erlebt und an die werde ich mich erinnern."
Wachter wird diese Saison auf jeden Fall zu Ende fahren und sich dann im Urlaub einmal so richtig entspannen. Im Zuge ihrer Feier gab sie bekannt, nach ihrem Karriereende einen Job im PR-Bereich ihrer derzeitigen Ski-Firma Völkl anzunehmen. In einer bewegenden Ansprache bedankte sich die Vorarlbergerin, die am kommenden Montag ihren 34. Geburtstag feiert, mit tränenerstickter Stimme bei all jenen, die sie in ihrer langen Zeit im Weltcup begleitet haben. An Heirat und Kinder denkt sie im Moment noch nicht, aber "ich weiß, dass ich bald 34 bin", meinte Wachter.
Kurzbiographie:
Geb. 12.2.1967 in Schruns
Wohnort: Bartholomäberg (Vbg)
Größe: 1,64 m
Verein: WSV Tschagguns
Ski: Völkl - Schuhe: Lange
Beruf: Handelskauffrau
Hobbies: Tennis
Größte Erfolge:
Weltcup:
19 Siege: Slalom (1) 87 Courmayeur; Riesentorlauf (14) 90 Vail, 91 Zwiesel, 93 Steamboat, 94 Sölden, 94 Santa Caterina I, 94,95,96 Cortina, 95 und 99 Aare, 98 Semmering, 99 Marburg, Sierra Nevada, 00 Lienz; Super G (2) 90 Las Lenas, 95 Haus; Kombination (2) 93 Cortina, 96 St. Anton
Weltcup-Gesamtsiegerin 1992/93, RTL-Weltcup-Siegerin 1990 und 1994
Olympia:
1988 (Kombinations-Gold/5.Super G/7.Riesentorlauf)
1992 (Kombinations-Silber/Riesentorlauf-Silber)
1994 (4.Riesentorlauf/9.Super G)
1998 (keine Teilnahme nach Sturz bei Weltcuprennen in Cortina).
WM:
1985 (17.Riesentorlauf)
1987 (5.Kombination/17.Super G)
1989 (9.Super G/14.Riesentorlauf/5.Kombination)
1991 (Super G-Bronze/11.Riesentorlauf/12.Slalom)
1993 (Riesentorlauf-Silber/Kombinations-Bronze/6.Super G)
1996 (Kombinations-Silber/4.Riesentorlauf/16.Super G)
1997 (4.Riesentorlauf/10.Kombination/22.Slalom)
1999 (Bronze RTL, 9. Slalom)
2001 (Im RTL ausgeschieden).
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