Heftige Gefechte zwischen Rebellen und philippinischer Armee

Philippinische Regierungstruppen und moslemische Rebellen haben sich auf der südlichen Insel Jolo wieder heftige Kämpfe geliefert.
Dabei sind mehrere Aufständische getötet oder verletzt worden. Die Kämpfer der terroristischen Rebellenorganisation Abu Sayyaf halten seit Monaten einen US-Bürger und einen philippinischen Staatsangehörigen als Geiseln. Die Armee sei ihnen "dicht auf den Fersen" und werde ihren Einsatz auf Jolo bis zur Befreiung der Geiseln fortsetzen.
Die Regierung in Manila hatte Verhandlungen mit den Kidnappern vor zwei Wochen abgelehnt. Unterdessen haben die kommunistischen Rebellen das jüngste Verhandlungsangebot von präsidentin Gloria Macapagal Arroyo begrüßt. Das Vorstandsmitglied der "Nationalen Demokratischen Front", Luis Jalandoni, teilte am Samstag mit, die Dachorganisation der Rebellen werde in den kommenden Tagen ebenfalls eine Verhandlungsdelegation aufstellen. Er erwarte, dass die neue Regierung in Manila als vertrauensbildende Maßnahme und Geste des guten Willens alle politischen Gefangenen freilasse.
Die Präsidentin hatte am Freitag zwei Verhandlungsteams eingesetzt, die Friedensgespräche mit den kommunistischen und den moslemischen Rebellengruppen führen sollen. Ein Berater der Islamischen Moro-Befreiungsfront (MILF), der größten moslemischen Rebellengruppe, begrüßte das Angebot, forderte aber die Vermittlung durch einen neutralen Staat. Mit dem Kurswechsel beendet Macapagal Arroyo die Konfrontationspolitik ihres Vorgängers Joseph Estrada, der die Rebellen zuletzt militärisch bekämpft hatte. Bei Kämpfen sind seit den siebziger Jahren rund 120.000 Menschen getötet worden. Nach Massenprotesten und wegen Korruptionsvorwürfen war Estrada am 20. Jänner zurückgetreten. Vor dem Obersten Gerichtshof ficht er derzeit die Amtsübernahme seiner früheren Stellvertreterin an.
Im Süden der Philippinen hatten sich im Vorjahr die Armee und die Aufständischen der Moro-Befreiungsfront auf einen Waffenstillstand geeinigt, der sich als unwirksam erwies. Die Front kämpft seit Jahrzehnten für einen unabhängigen islamischen Staat im Süden der überwiegend christlichen Philippinen. Die Moros, eine Sammelbezeichnung für verschiedene ethnisch verwandte Sprach- und Volksgruppen, leben vor allem auf der Insel Mindanao. 1976 hatte der damalige philippinische Diktator Ferdinand Marcos den 13 Südprovinzen, in denen die moslemische Minderheit lebt, eine Autonomie zugesichert.
