Greenberg hat schon vielen zum Sieg verholfen
Der Mann, dessen Mitarbeit sich Bürgermeister Michael Häupl versichert hat, ist kein Spin-Doktor mit schnell angelesenen Weisheiten. Stan Greenberg ist der Robert De Niro unter den Politikberatern: ein Weltstar mit legendären Erfolgen.
Neben der eigenen Firma Greenberg Research mit
Klienten wie Boeing oder British Airways betreibt er auch noch das Consultingunternehmen GGC - sein Partner dabei: Bill Clintons War-Room-Boß James Carville. Die Wahlkampagnen, die Greenberg betreute, brachten ihrem Schöpfer fast ausnahmslos dasselbe Ergebnis: den Sieg über den politischen Gegner - wie 1994 beim Wahlkampf Nelson Mandelas. 1997 wiederum sicherte er Tony Blair den Einzug in die Downing Street, 1998 verdankte Gerhard Schröder
nicht zuletzt dem Amerikaner, daß er fortan nicht mehr am Zaun des Kanzleramts rütteln mußte. Und der jüngst gescheiterte israelische Premier Ehud Barak durfte 1999 noch triumphieren - dank Greenberg.
Dessen wichtigster Kunde war jedoch Bill Clinton: Vom Ende der Achtziger an arbeiteten sie zusammen und konzentrierten sich auf die von den Demokraten vernachlässigte mittelständischen Amerikaner. Bei der Präsidentschaftswahl 1992 mündeten die gemeinsamen Bemühungen schließlich in Clintons Sieg über Amtsinhaber George Bush. Was Greenbergs Kunden verbindet: ihre Zugehörigkeit zur linken Mitte. Die Wurzeln des mit einer demokratischen Kongreßabgeordneten verheirateten Mittfünfzigers liegen jedoch nicht in der Politik, sondern im akademischen Milieu der edlen Art.
In Washington aufgewachsen, studierte der Sohn eines Technikers und einer Buchhalterin in Miami und promovierte in Harvard mit einer Arbeit über Armut in Amerika. Eine andere renommierte Universität bildete Greenbergs nächsten Karrieresprung: Er wurde von Yale angeheuert. Im Zentrum seiner Forschungsarbeit stand dabei stets die Mittelschicht, der er selbst entstammt. So untersuchte er etwa 1984, weshalb in der einstigen Demokratenhochburg Macomb County (Michigan) 67 Prozent für Ronald Reagan gestimmt hatten.
