Samstag, 10. Februar 2001

Ex-Friedensnobelpreisträger als Minister v. Sharon?

Israels gewählter Ministerpräsident, Likud-Chef Ariel Sharon, wünscht sich den Friedensnobelpreisträger Ex-Premier Shimon Peres von der Arbeiterpartei offenbar als Außenminister seiner Regierung.

Die beiden Politiker sollen bereits Kontakt aufgenommen haben. Ein persönliches Treffen zwischen Sharon und Peres habe es aber noch nicht gegeben, verlautete ausdiplomatischen Kreisen. Von einem Außenminister Peres erhofft sich der künftige Regierungschef, die Sorgen der internationalen Gemeinschaft über die Zukunft des Nahost-Friedensprozesses zerstreuen zu können.

Peres ist von seiner Partei beauftragt, zusammen mit dem noch amtierenden Premier Ehud Barak die Sondierungsgespräche mit Sharon zu führen. Die Arbeiterpartei hat ihre Beteiligung an einer vom Likud-Vorsitzenden geführten Regierung von der Fortsetzung des Friedensprozesses mit den Palästinensern abhängig gemacht. Nach einem ersten Telefongespräch Sharons mit dem palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat hatte der Nahost-Sonderbeauftragte der UNO, Terje Roed-Larsen, am Freitag in Jerusalem erklärt, die beiden Seiten seien übereingekommen, den Friedensprozess fortzusetzen.

Sharon und Barak hatten bei einem Treffen am Freitag darin übereingestimmt, dass die Kompromissvorschläge des früheren US-Präsidenten Bill Clinton nunmehr gegenstandslos seien. Diese sahen vor, dass ein palästinensischer Staat 95 Prozent des Westjordanlandes und den gesamten Gaza-Streifen umfassen soll. Die Palästinenser sollten die Oberhoheit über die islamischen Heiligtümer auf dem Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem erhalten, dafür aber auf den Rückkehranspruch ihrer knapp vier Millionen Flüchtlinge verzichten. Sharon will kein weiteres Land abtreten. Derzeit stehen 42 Prozent des Westjordanlands und zwei Drittel des Gaza-Streifens unter palästinensischer Verwaltung. Sharon hat Barak bereits das Amt des Verteidigungsministers angeboten.

10.2.2001 12:59