Umsetzung soll bis 2003 stattfinden

Die steirische Landeshauptstadt Graz wird die erste "Menschenrechtsstadt" in Europa. Ziel sei es, "die für die Menschenrechte relevanten Normen im Alltagsleben der Stadt zu beachten und wirksam werden zu lassen". so der Beschluss des Gemeinderates.
Mit einer Erklärung, die der Gemeinderat am Donnerstag verabschiedete, wird der Vorschlag der UNO-nahen NGO-Organisation "The People's Decade of Human Rights Education PDHRE" mit Sitz in New York aufgegriffen und positiv beantwortet. Die Umsetzung des Anforderungsprofils soll bis 2003 erfolgen. In diesem Jahr ist Graz auch "Kulturstadt Europas".
Bisher gibt es weltweit nur drei "Menschenrechtsstädte", und zwar Rosario in Argentinien, Nagpur in Indien und Thies im Senegal. Ein weiteres Projekt ist in Kati (Mali) im Entstehen.
In dem Beschluss des Gemeinderates wird eine Deklaration festgehalten, die u.a. bestimmt, dass sich das Stadtparlament "in seinem Handeln von den internationalen Menschenrechten leiten lassen" wird. Ziel sei es, "die für die Menschenrechte relevanten Normen im Alltagsleben der Stadt zu beachten und wirksam werden zu lassen".
Die österreichische Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) hatte sich bereits im Vorjahr vor der UNO für die Ernennung der steirischen Landeshauptstadt eingesetzt. Insbesondere werden die Verdienste von Graz als interreligiöse Drehscheibe und Tor zu Südosteuropa ins Treffen geführt. Um die Ratifizierung in Graz selbst hat sich insbesondere Bürgermeister Alfred Stingl (S) bemüht.
Die Koordination der vorbereitenden Maßnahmen wurde dem "European Training Center for Human Rights & Democracy ETC", das seit dem Vorjahr in Graz seinen Sitz genommen hat, übertragen.
