PUTIN-SPEZIAL

·Neutralität
Hick-Hack der Parteien
·Abkommen
Handelsverträge über 50 Mrd. S
Bundespräsident Thomas Klestil sieht den mehrtägigen Besuch seines russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Österreich als großen Fortschritt für die bilateralen Beziehungen. Der Aufenthalt habe "in unerwartet starkem Ausmaß zur Vertiefung der Beziehungen beigetragen", erklärte Klestil.
"Die besondere menschliche Herzlichkeit aller Gespräche hat die ganz außergewöhnliche Sympathie des russischen Präsidenten für Österreich unter Beweis gestellt."
Putin war Donnerstagabend gemeinsam mit seiner Familie nach Wien gekommen und dann am Freitag mit Klestil und dessen Ehefrau nach St. Christoph weitergereist. Neben zahlreichen politischen Gesprächen fand Putin am Samstag auch Zeit zum Skilaufen und der Teilnahme am Ende der alpinen Ski-WM in St. Anton. Der Sonntag war ausschließlich dem privaten Programm vorbehalten, ehe Putin um 16.00 Uhr von Klestil am Flughafen Innsbruck verabschiedet werden sollte.
Als besonders wichtig bezeichnete es Klestil, dass Putin die "ganz wesentliche Rolle" Österreichs in einer erweiterten EU unterstrichen habe. Umgekehrt betonte Österreichs Bundespräsident nach Angaben seines Sprechers: "Ich habe es von Beginn meiner Amtstätigkeit zu einem Schwerpunkt gemacht, dass die EU-Erweiterung von Österreich aktiv forciert wird, weil sie in unserem ureigensten Interesse liegt."
Besonders wichtig sei es Klestil zudem gewesen, dass die Gespräche der beiden Präsidenten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit dienlich gewesen seien und es zum Abschluss von Abkommen in Milliardenhöhe kam. Am Arlberg habe Putin dann auch Gelegenheit gehabt, eine "florierende österreichische Tourismusregion" kennenzulernen. In diesem Wirtschaftssektor hat Österreich nach Ansicht von Experten beachtliches Know-How und jahrzehntelange Erfahrung anzubieten.
Beide Präsidenten wohnten im Hospiz-Hotel in St. Christoph. Alle ihre Gespräche, an denen teilweise auch ihrer Ehefrauen teilnahmen, führten sie auf Deutsch, das Putin perfekt beherrscht. Der russische Präsident wurde von Hunderten russischen und österreichischen Sicherheitsleuten rund um die Uhr geschützt. Zu Zwischenfällen kam es nicht. Dennoch blieb man bis zur letzten Fahrt bei der Polizei in Hochspannung: "Die letzte Ausfahrt ist immer die beste", stöhnte ein hochrangiger Sicherheitsmann.
