Wegen schwerer Versorgungskrise in Sibirien

Seit Wochen herrschen in Sibirien Temperaturen unter 50 Grad Minus. Vielfach werden Fernheizungen wegen fehlender Brennstoffe abgeschaltet. Viele Haushalte sind ohne Strom. Nun muss der zuständige Energieminister seinen Hut nehmen.
Es ist der erste Hinauswurf eines Ministers seit den Amtsantritt von Präsident Wladimir Putin im Mai des Vorjahrs. Putin wirft Energieminister Alexander Gawrin "chronische Unfähigkeit" im Umgang mit der schlimmsten Kältewelle in Russland seit einem halben Jahrhundert vor.
Bei einer Kabinettssitzung sagt Putin nach Angaben der russischen Inlandsagentur RIA, er ist "absolut sicher", dass die Regierung nicht genug zur Beilegung der Krise getan hat. Der Gouverneur von Primorje, Jewgeni Nasdratenko, einer der am stärksten betroffenen Region im Fernen Osten Russlands, reicht wegen Missmanagements bei der Kältewelle seinen Rücktritt ein.
In den vergangenen Wochen kamen in Russland Dutzende Menschen bei Bränden ums Leben. Diese wurden durch behelfsmäßige Heizgeräte ausgelöst, mit deren Hilfe die verzweifelten Bewohner sich bei der klirrenden Kälte aufwärmen wollten. In mehreren Städten wurde wegen der Kältewelle der Notstand ausgerufen. Örtliche Energieversorger drohten den Gemeinden wegen unbezahlter Rechnungen mit Stromabschaltungen.
