Donnerstag, 8. Februar 2001

ISRAEL-WAHL

Der künftige israelische Ministerpräsident Ariel Sharon strebt die rasche Bildung einer Regierung der nationalen Einheit an. Für Donnerstag waren Gespräche sowohl mit Verbündeten als auch mit bisherigen politischen Gegnern geplant.

Bis zum 31. März muss der Haushalt 2001 die Knesset passieren, andernfalls stehen Parlamentswahlen an. Von den 120 Abgeordneten in der Knesset verfügt Sharons rechtsgerichteter Likud-Block über lediglich 19.

Die Arbeitspartei des scheidenden Ministerpräsidenten Ehud Barak ist in der Frage einer Beteiligung an einer Regierung der nationalen Einheit tief gespalten. Am Nachmittag wollte die Parteiführung Vertreter für die abendlichen Gespräche mit Sharon bestimmen. Parteisprecher Jerah Tal sagte, ob die Arbeitspartei der von Sharon angestrebten breiten Koalitionsregierung beitrete, hänge von mehreren Faktoren ab. Geklärt werden müsse, welche Bedingungen es für den Beitritt gebe, wie die Ressortverteilung aussehe und wieviel Spielraum das künftige Kabinett für Friedensverhandlungen haben werde. Der rechte Flügel der Arbeitspartei ist für eine Regierungsbeteiligung. Sharon dürfe nicht zur "Geisel der Ultrarechten" werden.

Die "Tauben" um den scheidenden Außenminister Schlomo Ben Ami treten dagegen dafür ein, in der Opposition an Profil zu gewinnen. Wieder andere empfehlen, die Entscheidung über Regierungsbeteiligung oder Opposition zunächst zu verschieben und Sharon eine "dreimonatige Gnadenfrist" zu gewähren. Sharon selbst will die Arbeitspartei unbedingt in sein Kabinett einbinden und ist bereit, ihr Schlüsselressorts zuzugestehen.

8.2.2001 16:36