Freitag, 2. Februar 2001

Eröffnung mit Film "Duell - Enemy at the Gates"

Berlin wird ab Mittwoch (7. Februar) wieder für zwölf Tage zur Filmhauptstadt der Welt. Die Premiere des in Deutschland produzierten Kriegsdramas "Duell - Enemy at the Gates" wird dann die 51. Berlinale eröffnen.

Zu den Internationalen Filmfestspielen erwarten die Organisatoren zahlreiche Weltstars und 390.000 Besucher, die die Wahl unter mehr als 300 Filmen haben. Hinzu kommen rund 330 Produktionen auf der Filmmesse "European Film Market", die aber nur rund 14.500 Fachbesuchern offen steht. Hanns Nerger von der Berlin Tourismus Marketing GmbH sieht das Filmfest zudem als eine kostenlose Werbung für die Hauptstadt.

Rund 1.500 Flaschen Champagner und mehr als 50 Luxuskarossen stehen für die geladenen Gäste bereit. Ob alle angekündigten Weltstars tatsächlich über den Roten Teppich am Berlinale-Palast am Potsdamer Platz laufen, ist noch offen: Einige könnten wegen eines möglichen Schauspieler-Streiks in den USA noch in letzter Minute absagen.

Mit Pierce Brosnan und Sean Connery haben sich zur Berlinale gleich zwei James-Bond-Darsteller angesagt. Anthony Hopkins kommt zur Weltpremiere von "Hannibal", der Fortsetzung des Psychothrillers "Das Schweigen der Lämmer". Die britische Schauspielerin Kate Winslet ("Titanic") erwartet neben vielen PR-Terminen für ihren neuen Film "Quills - Macht der Bessenheit" in Berlin auch eine "Goldene Kamera". Der Film- und Fernsehpreis der Zeitschrift "Hörzu" soll ihr am Dienstag verliehen werden.

Zum Eröffnungsfilm "Duell - Enemy at the Gates", einem Epos um die Schlacht von Stalingrad, kommen die Hauptdarsteller Jude Law, Joseph Fiennes und Regisseur Jean-Jacques Annaud. Mit der Wahl dieses Films will der scheidende Festival-Leiter Moritz de Hadeln nach eigenen Angaben auch auf die Stärke des Medienstandorts Deutschland hinweisen. Der Film wurde ausschließlich in Deutschland gedreht, hauptsächlich im Studio Potsdam-Babelsberg.

Szenen des vergangenen Jahres, als hunderte Teenager vor den Toren des Premieren-Kinos "Leonardo, Leonardo" riefen, werden sich wohl nicht wiederholen. Die Gästeliste weist bisher keinen bekannten Teenager-Herzensbrecher wie den US-Schauspieler Leonardo di Caprio aus, der im vorigen Jahr in Berlin den Film "Der Strand" präsentierte.

Wer auch als nicht-professioneller Kinogänger einen Festival-Film sehen will, muss sich wieder auf lange Schlangen an den Kassen gefasst machen. Zwar steht in diesem Jahr erstmals ein Teil der 400.000 Karten im Internet unter www.ticketonline.de zum Verkauf. Doch dass damit die langen Wartezeiten vor den Kassen entfallen könnten, wollen die Organisatoren nicht versprechen. Außerdem hat das offizielle Festivalradio - der Sender Radio Eins - eine Kartenhotline eingerichtet. Dort können Interessenten erfragen, ob es für die gewünschte Vorstellung überhaupt noch Plätze gibt.

Die Berlinale sei weniger ein ökonomischer Faktor, als ein "Imagepusher", sagte Tourismus-Manager Nerger. Dabei setze er vor allem auf die rund 3.500 akkreditierten Journalisten aus mehr als 70 Ländern. Trotz der vielen erwarteten Besucher gibt es noch Platz in den Hotels: In allen Kategorien sind nach Angaben der Touristenzentrale noch Betten frei.

2.2.2001 20:09

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