Mini-Scooter und Laufschuhe waren die Renner

Österreichs Sportartikelhändler haben im Jahr 2000 umsatzmäßig kräftig zugelegt: Der Sprecher des Fachausschusses der Sportartikelhändler in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Ernst Aichinger, geht von einem Steigerung von mehr als 10 Prozent auf rund 15,5 Mrd. S aus.
Bis November lag der Umsatz um 12 Prozent über dem Vorjahreswert, das Weihnachtsgeschäft hatte jedoch wegen des Schneemangels nicht die ursprünglich erhofften Zuwächse gebracht. Die absoluten Renner waren im Vorjahr Mini-Scooter, aber auch Laufschuhe und Fitnessgeräte. Für 2001 sei er optimistisch, "das halbe Wachstum wäre aber bereits gut", so der Sporthandels-Sprecher vorsichtig.
Schi-Verkauf im Osten unter den Erwartungen
Weniger glatt lief im Vorjahr das Schi-Geschäft. Vor allem in der heuer schneearmen Osthälfte des Landes seien die Händler bei den Bestellungen für die Wintersaison 2000/01 zu euphorisch gewesen, sagte Aichinger. Auch wenn der Abverkauf noch im Laufen sei und die Semesterferien erst beginnen, werde man zum Teil Lager aufbauen.
Daher würden die Nachbestellungen für die nächste Saison teilweise nicht so stark ausfallen, wie im Vorjahr, sagte Aichinger in Hinblick auf Sportartikel-Messe "ISPO 2001 Winter", die von 4. bis 7. Februar in München stattfindet und bei der 1.500 Aussteller aus 40 Ländern erwartet werden. Die Lage bei den Händlern sei jedoch regional sehr unterschiedlich. Grosso modo rechnet Aichinger im Ski-Geschäft mit ähnlichen Umsätzen wie im Vorjahr.
Fitness- und Fun-Boom bringt Umsatzplus
Umsatzbringer des Sportatikelhandels schlechthin waren im Vorjahr die neuen Mini-Scooter und Kickboards, von denen insgesamt rund 400.000 Stück abgesetzt wurden. Auch Skateboards verkauften sich gut, während bei Inlineskates leichte Rückgänge zu verzeichnen waren. Ein Plus von rund einem Drittel wurde mit Heimtrainern und anderen Fitnessgeräten sowie Fitnessbekleidung erzielt, so Aichinger.
Der Umsatz mit Laufschuhen und -bekleidung stieg um rund ein Viertel. Der Fahrradboom setzte sich bei den Erwachsenen etwas abgeschwächt fort - der Umsatz stieg hier um 6 Prozent -, bei Kinderrädern ging er leicht zurück. Auf Fahrrädern ruhen auch im heurigen Jahr die Hoffnungen der Branche. Im Tennisbereich stagnierte der Umsatz.
Intersport klarer Marktleader
Während der Kampf um Marktanteile und zusätzliche Flächen 1999 noch ausgeprägt war, sieht Aichinger 2000 keine großen Veränderungen. Bei den Standorten gebe es eher Verlagerungen von schlechteren an bessere Standorte. Aktuelle Marktanteilszahlen fehlen noch, 1999 entfielen auf Marktführer Intersport mit Sport Experts und Eybl 46 Prozent, Sport 2000 rund 22 Prozent, Hervis 14 Prozent und Gigasport 8 Prozent Marktanteil.
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