Sinkendes Konsumentenvertrauen, steigender Ölpreis

Fünf große Automobilhersteller haben im Jänner 2001 auf dem US-Markt im Vergleich zum Vorjahresmonat Absatzrückgänge verbucht: General Motors, Ford Motor, Toyota Motor, Nissan Motor sowie DaimlerChrysler meldeten einen Rückgang ihrer Verkaufszahlen in den USA.
Wegen des verminderten Verbrauchervertrauens und steigender Ölpreise war nach den Rekordzahlen des vergangenen Jänners mit einem Rückgang der Absatzzahlen in diesem Monat gerechnet worden.
Jänner 2000 "vielleicht außergewöhnlich stark"
"Was den Verkauf von Autos angeht, scheinen wir nicht in ein schwarzes Rezessionsloch zu fallen", sagte David Healy, Autoanalyst bei Burnham Securities. Der Dezember sei außergewöhnlich schwach gewesen, der Jänner 2000 vielleicht außergewöhnlich stark, fügte er hinzu.
Der US-Absatz der angeschlagenen DaimlerChrysler-Tochter, Chrysler, ist im Jänner 2001 im Vergleich zum Vorjahr um 16,2 Prozent zurückgegangen. Im Jänner seien 160.680 Einheiten verkauft worden, teilte der Autobauer mit. Der Verkauf von Minivans, einer der stärksten Segmente von Chrysler, sei um 39 Prozent gefallen. "Im Jänner haben wir wegen der unsicheren Lage unsere Erholung betreffend Impulse am Markt verloren", sagte der neue Chrysler-Chef Dieter Zetsche.
Chrysler streicht 26.000 Arbeitsplätze
Zu Beginn der Woche hatte Zetsche den Abbau von 26.000 Arbeitsplätzen bei Chrysler angekündigt. Chrysler war in der zweiten Hälfte des Jahres 2000 tief in die Verlustzone gerutscht. Ende Februar soll Zetsche ein Konzept zur grundlegenden Neuausrichtung des momentan angegeschlagenen US-Autoherstellers vorlegen.
Auch die Marke Mercedes Benz von DaimlerChrysler verbuchte im Jänner einen Absatzrückgang. Mit 12.690 Einheiten wurden 10,6 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als noch vor einem Jahr.
General Motors mit einem Minus von "nur" 5,2%
Der branchengrößte General Motors hat im Berichtsmonat mit 338.718 Fahrzeugen 5,2 Prozent weniger verkauft. Ein Anstieg von sogenannten "Flotten"-Verkäufen an Firmen und Autovermietungen habe einen weiterem Absinken der Verkaufszahlen entgegen gewirkt, hieß es. Ohne die Marken Jaguar, Volvo und Land Rover sank der Verkauf von Wagen der Firma Ford um 11,3 Prozent auf 247.242 Einheiten. Der Absatz von Toyota sank um 11,4 Prozent und der von Nissan um 6,6 Prozent.
Als Maßnahme gegen die sinkenden Absatzzahlen haben einige Autohersteller in den vergangenen Monaten unter anderem Stilllegungen einiger ihrer Werke angekündigt. In vier nordamerikanischen Chrysler-Werken wird im Februar für Zeiträume von ein bis zwei Wochen die Produktion ruhen, um den vorhandenen Lagerbestand abzubauen. GM kündigte am Donnerstag an, in der nächsten Woche zwei Werke vorübergehend stillzulegen. Ford hat ebenso zeitweise Stilllegungspläne.
Andere Autohersteller konnten sich jedoch gegen den Trend stemmen. So verbuchte beispielsweise BMW einen Anstieg des US-Absatzes im Jänner um 5,6 Prozent auf 13.708 Autos.
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