Mittwoch, 31. Jänner 2001

VKI: "Sammelklage" gegen BAWAG wegen Kreditzinsen

Eine "Sammelklage" gegen die Bank für Arbeit und Wirtschaft (BAWAG) wegen strittiger Kreditzinsen aus der Zeit vor 1997 hat nun der Verein für Konsumenteninformation (VKI) eingebracht.

Der Streitwert liege bei 2 Mill. S (145.346 Euro).
Beteiligt sind 50 Geschädigte aus ganz Österreich, teilte der VKI mit.

Die BAWAG und ebenso die Gara Bank, deren Gesamtrechtsnachfolge die BAWAG inzwischen angetreten hat, hätten - gedeckt durch eine unbestimmte und damit gesetzwidrige Zinsgleitklausel - bei Zinserhöhungen rasch den Vertragszinssatz erhöht, Zinssenkungen aber gar nicht oder nur zögerlich an die Kunden weitergegeben. Der daraus entstandene Schaden werde nun, da die BAWAG jede außergerichtliche Lösung ablehne, gerichtlich geltend gemacht.

Organisiert wird die Klage gegen die BAWAG vom VKI in Zusammenarbeit mit den Arbeiterkammern von Kärnten, Tirol und Vorarlberg. Das Prozesskostenrisiko wird durch den deutschen Prozesskostenfinanzierer Foris abgedeckt, an den im Erfolgsfall eine Quote von 30 Prozent abgetreten werden muss.

Die Konsumenten haben Ihre Ansprüche dem VKI zum Inkasso abgetreten, damit ist ein Rechtszug bis zum OGH (Obersten Gerichtshof) gewährleistet.

Mit weiteren Klagen - auch gegen andere Kreditinstitute - sei zu rechnen. Die Aktion ist aber mit 15. März 2001 befristet. Bis dahin müssen Aufträge zur Kreditüberprüfung beim VKI eingelangt sein, um bei allfälligen weiteren Sammelklagen berücksichtigt werden zu können.

31.1.2001 12:17