Montag, 29. Jänner 2001

Schließung von insgesamt 6 Produktionsstätten

Der angeschlagene US-Autobauer Chrysler wird in den kommenden drei Jahren 26.000 Stellen streichen. Dies teilte der DaimlerChrysler-Konzern am Montag in Stuttgart mit. Insgesamt würden sechs Produktionsstätten geschlossen.

Die Maßnahmen seien Teil des unter dem Chrysler-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche eingeführten Restrukturierungsplans. Die rund 20.000 der insgesamt 95.000 Stellen in der Produktion würden im Laufe der nächsten drei Jahre gestrichen. Ferner sollen 5.000 der 25.000 Positionen im Management eingespart werden. Weitere Details zu dem Restrukturierungsplan sollen am 26. Februar bekannt gegeben werden.

Chrysler hatte für das dritte Quartal 2000 einen Verlust von 512 Mill. Dollar (555 Mill. Euro/7,6 Mrd. S) ausgewiesen. DaimlerChrysler erwartet für das vierte Quartal 2000 für die US-Sparte einen Verlust von 1,2 Mrd. Dollar. Die "Stuttgarter Zeitung" (Samstagausgabe) hatte zudem berichtet, dass die Verluste im vierten Quartal voraussichtlich höher als erwartet ausfallen werden.

Mit indirektem Verweis auf den Vorstandsvorsitzenden von Daimler Chrysler, Jürgen Schrempp, beziffert das Blatt die Verluste von Chrysler auf 1,3 Mrd. Dollar. Der Stuttgarter Konzern hat sich bisher nicht dazu geäußert. In einem Aktionärsbrief war als voraussichtlicher Verlust 1,2 bis 1,25 Mrd. Dollar genannt worden.

Wie Schrempp der Stuttgarter Zeitung in einem Interview weiter sagte, rechnet er für Chrysler für 2000 mit einem Gesamtjahresgewinn von 500 Mill. Euro (6,9 Mrd. S) und mit Verlusten für 2001. Die Restrukturierung werde zwei bis vier Jahre dauern. Laut unternehmensinternen Kreisen plant Chrysler außerdem zur Verlustbegrenzung Einsparungen in Millionen-Dollar-Höhe bei der Werbung und seinen rund 4.400 US-Händlern. Die Schritte, die vergangene Woche vereinbart worden seien, dürften der US-Sparte Einsparungen in Höhe von 500 Mill. Dollar bringen, hieß es.

29.1.2001 14:27