Sonntag, 4. Februar 2001

Hagara/Steinacher Große Faoriten in der Richards Bay

Österreichs Tornado-Olympiasieger Roman Hagara/Hans Peter Steinacher sind die großen Gejagten bei der am Montag beginnenden südafrikanischen Meisterschaft in der Richards Bay, die als Generalprobe für die am Samstag im selben Segelrevier beginnende WM (10.-17.2.) dient.

Die erste Gelegenheit zur Revanche für die Sommerspiele in Sydney, wo das ÖSV-Duo die Konkurrenz regelrecht vorgeführt hat, geht dabei in einem "stürmischen Haifischbecken" in Szene.

Windstärken von sieben bis acht Beaufort sind keine Seltenheit im WM-Revier, in dem sich auf Grund der warmen Wassertemperatur von 26 Grad Celsius auch Weiße Haie besonders wohl fühlen. So verhinderten Dauerböen von bis zu 35 Knoten am Sonntag ein abschließendes Practice Race, und ebenso versprechen die beiden Wettkämpfe in der Richards Bay im wahrsten Sinne des Wortes stürmisch - mit teilweise meterhohen Wellen - zu werden.

Die Zwangspause am Sonntag kam den Österreichern nicht ungelegen, vor allem Roman Hagara. Den Olympiasieger schwächt derzeit eine Durchfall-Erkrankung, zudem plagen ihn starke Ohrenschmerzen, hervorgerufen durch die Klimaanlage des Hotels. Bruder Andreas, der erstmals mit seinem neuen Vorschoter Michael Seidl bei einem Großereignis antritt, hat dagegen seine von Österreich mitgeschleppte Grippe mittlerweile im Griff. "Husten und ein trockener Hals sind mir aber als Erinnerung an zu Hause geblieben."

Trotz dieser Schwächung besteht kein Grund zur Sorge, denn fünf Tage bleiben den ÖSV-Aushängeschildern noch, um wieder voll auf die Höhe zu kommen, da die südafrikanische Meisterschaft mehr ein Schattenboxen als eine echte WM-Generalprobe ist, wie Steinacher erklärt: "Keiner wird seine Karten aufdecken, alle werden probieren und tüfteln. Wir nutzen dieses Event beispielsweise, um das richtige Segel für die WM zu finden."

In die engere Auswahl fallen die Siegessegel von der Kieler Woche 2000, jenes von der nationalen Ausscheidung in Kopenhagen sowie die Garnitur, mit der die SPA Regatta 2000 vor Medemblik gewonnen wurde. "Alles Starkwind erprobte Garnituren, die entscheidende Frage ist aber, welches am besten mit der Welle harmoniert."

Angesichts der zu erwartenden Starkwind-Bedingungen sehen sich die ÖSV-Segler in der Außenseiterrolle. Große Favoriten sind sicherlich die Olympia-Zweiten Darren Bundock und John Forbes aus Australien, die sich natürlich für die in Sydney erlittene Heimniederlage an den Österreichern revanchieren wollen. Daneben werden aber ebenso der unter niederländischer Flagge segelnde Australier Mitch Booth sowie die beiden Briten Hugh Styles und Adam May besonders zu beachten sein. "Aber auch wir werden uns mit Sicherheit nicht verstecken", betont Steinacher.

4.2.2001 14:02