Rottmann 21. nach mäßiger Schussleistung

Der Russe Pawel Rostowtsew war der große Gewinner am ersten Wochenende der Biathlon-Weltmeisterschaften in Pokljuka. Der 29-jährige aus Sibirien doppelte nach seinem überraschenden und überlegenen Sieg im Sprint nach und entschied am Sonntag auch den 12,5-km-Verfolgungsbewerb für sich.
Rostowtsew hat erst einen Weltcupsieg (1998 in Osrblie) zu Buche stehen, nun waren seine ersten Einzel-WM-Medaillen gleich aus Gold. Die Österreicher lieferten zwar das beste Saisonergebnis in dieser Disziplin, Fehler am Schießstand verhinderten aber Platzierungen unter den besten 20.
Rostowtsew musste zwar dem 1:06 Minuten nach ihm gestarteten Franzosen Raphael Poiree nach dem dritten Schießen den Vortritt lassen, dank einer fehlerlosen Leistung im letzten stehenden Anschlag schloss er aber zu dem eine Strafrunde laufenden Weltcup-Spitzenreiter auf und war im Sprint der Stärkere.
Die Österreicher vermochten nicht über ihren Schatten zu springen. Das Schießen erwies sich einmal mehr als Achillesferse für Rottmann, Gredler und Co. "Fünf oder sechs Fehler sind für einen Platz unter den Besten einfach zu viel", kritisierte Trainer Reinhard Grossegger, der aber das Problem kurzfristig nicht lösen kann. "Wir kämpfen schon lange mit dem Übel, aber wir bekommen es nicht richtig in den Griff", erklärte der gebürtige Kärntner. Im 20 km-Bewerb am Mittwoch starten Titelverteidiger Wolfgang Rottmann (kein Fixplatz), "Vize" Ludwig Gredler, Wolfgang Perner und Günther Beck, der durch den EM-Titel eine WM-Chance bekommen hatte, für den ÖSV.
Rottmann war nach fünf Strafrunden (vier Fehler stehend) als 21. bester Österreicher vor Christoph Sumann (24. mit sechs Fehlschüssen). Den Steirer Sumann muss man allerdings von der Kritik ausnehmen, der Debütant hatte am Vortag mit Rang zwölf ein Spitzenresultat erreicht. "Ich habe erst im April mit dem Biathlon begonnen, mit Rang zwölf bin ich sehr zufrieden", hatte Sumann am Samstag erklärt.
Gredler (28.) waren die Felle schon im eigentlich leichteren Liegend-Schießen davon geschwommen. Von zehn Zielen verfehlte er fünf. Eine beachtliche Stehend-Leistung (nur ein Fehler) verhalf dem Tiroler noch zu einer Verbesserung um sieben Ränge und zu drei Weltcup-Punkten.
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