Finnen überlegene Sieger - Malysz Schanzenrekord

Der dritte Weltcup-Teambewerb der Skispringer in der WM-Saison war eine klare Sache für den WM-Gastgeber Finnland. Das Quartett gewann am Freitag den ersten von drei Weltcup-Bewerben in Willingen überlegen.
Österreichs Skispringer-Team hat am Freitag auf der Großschanze in Willingen, im dritten Saison-Teambewerb, seine Anwartschaft auf Mannschaftsmedaillen in beiden WM-Konkurrenzen in Lahti eindrucksvoll untermauert. Martin Höllwarth, Stefan Horngacher, Wolfgang Loitzl und Andreas Widhölzl erzielten 983,7 Punkte und lagen konstant von der ersten Zwischenwertung bis zum letzten Springer an zweiter Stelle. Die Finnen waren an diesem Tag unschlagbar, und gewannen mit 93,5 Zählern Vorsprung überlegen. Und dies, obwohl Janne Ahonen und Matti Hautamäki gar nicht am Start waren.
Trotz dauerndem Schneefall wurden die Bestweiten immer wieder übertroffen, doch natürlich war es wieder Adam Malysz, der für den aktuellen Schanzenrekord sorgte. Der 23-jährige Pole und Sieger der Vierschanzen-Tournee landete bei 132 und der Bestmarke von 142 Metern. In der Mannschaft kam Polen auf Rang fünf, nur wenige Zähler hinter den Deutschen, bei denen vor allem Sven Hannawald enttäuschte.
"Die Finnen waren heute ganz einfach besser als wir, wir haben keine Chance auf den Sieg gehabt", meinte ÖSV-Coach Alois Lipburger. Es ist seiner Mannschaft zwar gelungen, den Rückstand in der Relation zum ersten Durchgang zu verringern. "Bis zur WM wollen wir noch das eine oder andere Detail verändern. Wir werden uns nicht zurücklehnen, sondern die Finnen angreifen", gab sich Lipburger kämpferisch.
Das Ergebnis habe bei schwierigen Bedingungen ("Es hat geschoben und nur wir und die Finnen haben gut gewachselt") die bisherige Weltcup-Saison widergespiegelt. Loitzl verhaute den ersten Sprung für seine Verhältnisse ein wenig, so "Liss". "Er hat noch Potenzial. Auch beim Swider gibt es noch kleine Details. Die Hocke ist ein bisserl zu hoch und er wird über dem Vorbau derzeit langsamer", verriet der ÖSV-Trainer über Andreas Widhölzl.
Nur Zuschauer war am Freitag u.a. Andreas Goldberger, der aber laut Lipburger ansteigende Form zeigt. "Ich habe am vergangenen Mittwoch Familien-Zeit geopfert und habe mit dem Goldi ein Spezialtraining in der Ramsau absolviert. Der Goldi war heute ein Lichtblick", so Lipburger und meinte damit einen 125-m-Satz des Oberösterreichers im Vormittagstraining. "Da hat er in der Luft wieder ausgeschaut wie der Goldi", sagte Lipburger, der sich für die Einzelkonkurrenzen am Samstag und Sonntag einen Aufwärtstrend des Weltrekordlers erhofft.
In der Nationenwertung liegt Österreich nach nunmehr drei Teamkonkurrenzen 40 Zähler hinter den führenden Finnen (480 Punkte) auf Platz zwei, Japan ist Dritter (410). Nach Norwegen (Kuopio) und Japan (Salt Lake City) gab es im dritten Bewerb den dritten Sieger, die Österreicher haben bisher die Plätze zwei, drei und zwei belegt.
Ergebnisse:
1. Finnland 1.077,2 Punkte
Ville Kantee (129,5/122,5 m)
Jussi Hautamäki (124,5/137,5)
Jani Soininen (136,0/135,5)
Risto Jussilainen (130,5/133,0)
2. Österreich 983,7
Martin Höllwarth (119,5/119,5
Stefan Horngacher (112,0/133,5)
Wolfgang Loitzl (126,5/132,5)
Andreas Widhölzl (122,5/130,5)
3. Japan 890,2
Kazuyoshi Funaki (101,0/104,5)
Kazuya Yoshioka (105,5/129,0)
Hideharu Miyahira (116,5/138,0)
Noriaki Kasai (123,5/131,0)
4. Deutschland 804,0
Sven Hannawald (90,5/93,5)
Michael Uhrmann (107,0/117,0)
Alexander Herr (125,0/123,5)
Martin Schmitt (128,0/128,0)
5. Polen 797,1
Robert Mateja (105,5/105,0)
Grzegorz Sliwka (79,0/101,5)
Wojciech Skupien (118,0/126,5)
Adam Malysz (132,0/142 m/SR)
6. Norwegen 776,1
7. Tschechien 757,9
8. Slowenien 730,7
9. Schweiz 646,1
10. Schweden 494,8
Nationencup (nach 3 Teamkonkurrenzen):
1. Finnland 480 Punkte
2. Österreich 440
3. Japan 410
4. Norwegen 360
5. Deutschland 290
6. Polen 170
7. Slowenien 100
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