Montag, 29. Jänner 2001

Goldschütze Raul erfolgster, noch aktiver Torjäger Spaniens

Im Lager von Real Madrid spricht noch niemand darüber, aber die Spatzen pfeifen es längst von den Dächern. Das "Weiße Ballett" ist in der spanischen Fußball-Liga derzeit nicht zu stoppen und dürfte sich den 28. Titel kaum noch nehmen lassen.

Mit dem 1:0 (0:0)-Sieg durch ein Raul-Tor am Sonntag Abend auswärts gegen FC Valencia, den Champions League-Gegner von Sturm Graz, überzeugte die Truppe von von Trainer Vicente del Bosque in der "Neuauflage" des Champions-League-Finales auch die letzten Zweifler.

"Man soll nicht zu früh ein Urteil fällen, aber in Valencia versetzte Real der gesamten Konkurrenz den Todesstoß", schrieb "El Mundo" am Montag. Das Sportblatt "Marca" meinte: "Diese Real-Elf riecht schon wie ein Meister." Der Sieg vor 50.000 Zuschauern im Mestalla-Stadion wog doppelt, da alle Konkurrenten Punkte abgaben. Titelverteidiger Deportivo La Coruna musste sich in Bilbao gegen Athletic mit einem 2:2 und der FC Barcelona in Malaga mit einem 0:0 begnügen. Real baute damit seinen Vorsprung auf die Galizier auf sieben Punkte aus.

Für den Champions-League-Sieger sprechen nicht allein die Zahlen und Statistiken, sondern auch die Art und Weise, wie Real den Erfolg herausspielte, flößt den Rivalen Furcht ein. Die Madrider fingen die ersten wütenden Angriffe der Valencianer ab und übernahmen das Kommando im Mittelfeld. Am Ende mussten sie nur noch abwarten, dass ihnen der Sieg über die rustikal-ruppig agierenden Valencianer wie eine reife Frucht zufiel.

Nach einer kurzen Canizares-Abwehr staubt Raul zu seinem 111. Liga-Tor ab. Damit wurde der 23-jährige Stürmer zum erfolgreichsten, noch aktiven Torjäger in Spanien. Reals größter Gegner dürfte jetzt die eigene Überheblichkeit sein. "Wir müssen bescheiden bleiben und hart arbeiten", meinte Raul. "Wir haben noch nichts gewonnen." Auch Del Bosque warnte vor voreiliger Euphorie: "Wir haben drei wichtige Punkte geholt, ansonsten ist nichts entschieden."

29.1.2001 13:25