Samstag, 3. Februar 2001

Was halten die Österreicher von der Präambel?

Nach wie vor begrüßt wird von den Österreichern die vor einem Jahr von der ÖVP-FPÖ-Koalition verfasste Präambel zur Regierungserklärung. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" in seiner aktuellen Ausgabe.

Angesichts der drohenden Sanktionen der EU-Partner gegen eine ÖVP-FPÖ-Regierung reklamierte Bundespräsident Thomas Klestil eine mittlerweile vielzitierte Präambel in das Koalitionsabkommen. Schüssel und Haider verpflichteten sich darin zur Respektierung der europäischen Werte ebenso wie zur Osterweiterung – doch die Sanktionen kamen dennoch. Vielleicht der Grund, weshalb heute weniger Menschen als vor einem Jahr die Präambel schätzen: Um fünf Prozent ist das Lager der Skeptiker gewachsen – wenngleich immer noch eine knappe Mehrheit sie für eine gute Sache hält.

Wie die OGM-FORMAT-Umfrage außerdem zeigt, unterstützt eine ungebrochen starke Mehrheit Österreichs EU-Mitgliedschaft: 69 Prozent – wie schon vor einem Jahr. Unverändert auch die Zustimmung zur Osterweiterung, die Skeptiker haben sogar um acht Prozent abgebaut. Ähnlich stabil: Die Hälfte der Befragten sieht in der EU-Mitgliedschaft eher Vorteile für Österreich.

Dramatische Veränderungen nur in einem Punkt: Bekannten sich anläßlich der Regierungsbildung noch 59 Prozent zur
in der Präambel festgehaltenen Verantwortung Österreichs an den Naziverbrechen, sind es nunmehr klägliche 45 Prozent. Fast ebenso viele – ganze 42 Prozent – zeigen sich verantwortungsunwillig.

3.2.2001 16:25