Freitag, 2. Februar 2001

Haupt will roten Nachfolger für Sallmutter finden

Auch am Donnerstag ging die Debatte über eine Nachfolge Sallmutters weiter: Sallmutter selbst betonte, er sei ordnungsgemäß bis 2005 bestellt. Sozialminister Herbert Haupt (FPÖ) kündigte für 12. Februar einen Gipfel mit den Sozialpartnern an.

Als Nachfolger Sallmutters wollte Haupt niemanden ausschließen. So käme auch der derzeitige Vizepräsident im Hauptverband, Helmut Oberchristl (S), in Frage, was Haupt vor zwei Tagen noch kategorisch ausgeschlossen hatte. Oberchristl selbst schloss die Beerbung von Sallmutter allerdings aus, es werde von ihm keinen "Judaskuss" geben.

Haupt: Will Hauptverband "nicht aushebeln"
Haupt erklärte derweil, aus seiner Sicht sollte erneut ein Sozialdemokrat an der Spitze des Hauptverband-Präsidiums stehen, weil dies dem Ergebnis der Arbeiterkammerwahlen entspräche. Wenig Verständnis hat Haupt für die SPÖ-Ankündigung, auf Sallmutter zu beharren, mit dem es derzeit "keine funktionsfähige Gesprächsbasis mehr" gebe. Gleichzeitig machte der Minister aber die Tür zu Sallmutter einen Spalt breit auf, indem er eine klimatische Verbesserung für die Zukunft nicht ausschloss. Haupt strebt bei einer Reform des Hauptverbands auch eine neue Verteilung der Mittel im sogenannten Solidaritätsfonds an, der den Ausgleich zwischen finanziell schwächeren und stärkeren Kassen regelt. Er habe aber "nicht vor, den Hauptverband auszuhebeln".

Sallmutter betonte, er habe ein Ernennungsdekret der früheren SP-Sozialministerin Lore Hostasch aus dem Jahr 1999, dass er bis 2005 bestellt sei. "Ich bin Präsident, ich habe keinen Enthebungsbescheid". Die Einladung zu dem von Haupt angekündigten Sozialpartnergipfel habe er bisher nicht erhalten. Bei der ganzen Debatte gehe es aber nicht um ihn, Sallmutter, sondern um die Anbindung der österreichischen Sozialversicherung an die Regierung.

2.2.2001 08:44