Barak tritt definitiv gegen Sharon an

Die Frist ist verstrichen: Um Mitternacht ist die letzte Möglichkeit zu Ende gegangen, den Kandidaten der Arbeitspartei, Ehud Barak, durch seinen innerparteilichen Konkurrenten Shimon Peres zu ersetzen.
Damit steht fest, dass Barak, der noch amtierende Regierungschef der Arbeitspartei, am kommenden Dienstag gegen den Vorsitzenden des rechtsgerichteten Likud-Blocks und klaren Favoriten, Ariel Sharon, antreten wird.
Barak: "Ich werde gewinnen"
Forderungen aus dem eigenen Lager, dem derzeitigen Minister für regionale und internationale Zusammenarbeit Peres den Vortritt zu lassen, widersetzte sich Barak bis zuletzt mit den Worten: "Ich stehe das bis zum Ende durch und werde gewinnen".
Umfragen zufolge liegt Barak allerdings seit Wochen weit hinter Sharon zurück. Dagegen lag der Friedens-Nobelpreisträger und frühere Ministerpräsident Peres in der Gunst des Wahlvolks mit dem Likud-Hardliner Sharon fast gleich auf. Der frühere Generalsstabschef Barak war im vergangenen Dezember zurückgetreten und amtiert seitdem nur noch geschäftsführend.
Keine Freidensverhandlungen vor der Wahl mehr
Die Wahl am 6. Februar wollte er ursprünglich zu einem "Referendum über den Frieden" zu machen. Doch die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern scheiterten, und am Donnerstag erteilte Barak einem Gipfeltreffen mit Palästinenserpräsident Yasser Arafat noch vor der Wahl eine endgültige Absage.
Im Westjordanland hat am Donnerstag eine Gruppe maskierter Männer erneut einen Palästinenser erschossen, der der "Kollaboration" mit Israel verdächtigt wurde. Der Mann wurde in seinem Haus in Salfit bei Nablus überfallen, wie Dorfbewohner berichteten. Weitere Informationen zu den Hintergründen waren zunächst nicht zu erfahren.
