Mittwoch, 31. Jänner 2001

Sichrovsky kritisiert "Störversuche" der Kultusgemeinde

Heftige Kritik an der Weigerung des Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, den Vertrag zur Entschädigung von NS-"Arisierungs"-Opfern zu unterschreiben, kommt von FPÖ-Generalsekretär Peter Sichrovsky.

Für ihn ist die Entscheidung Muzicants eine "Missachtung der Forderungen der Opfer des NS-Regimes". Bei einem Durchschnittsalter von 70 bis 80 Jahren sei jede weitere Verzögerung der Wiedergutmachungen "eine Form von Betrug" an den letzten noch lebenden Opfern, so Sichrovsky.

Die Kultusgemeinde arbeite gemeinsam mit anderen jüdischen Organisationen wie dem World-Jewish-Kongress eindeutig gegen die Interessen der österreichischen Juden und anderer österreichischer NS-Opfer. Als sehr bedauerlich bezeichnete Sichrovsky, dass nach einer jahrzehntelangen Verzögerung der Wiedergutmachung durch sozialdemokratische Regierungschefs nun auch die Kulturgemeinde dazu beitrage, dass es zu keiner schnellen Lösung der noch ausstehenden Probleme komme.

"Die Leidtragenden sind die älteren Menschen, die nach den schlimmsten Jahren der Verfolgung und der jahrelangen Leugnung ihrer Forderungen jetzt auch noch von ihrer eigenen Standesvertretung im Stich gelassen werden", so Sichrovsky. Die Regierung solle sich von den Stör- und Verzögerungsversuchen der Kultusgemeinde nicht beeinflussen zu lassen.

31.1.2001 17:06