Estrada: "Ich bin nicht zurückgetreten"

Bei dem ersten öffentlichen Auftritt seit seinem Sturz vor eineinhalb Wochen hat der ehemalige philippinische Präsident Joseph Estrada weiter Anspruch auf das Amt des Staatsoberhauptes erhoben.
"Ich bin nicht zurückgetreten. Ich bin der ordnungsgemäß gewählte Präsident", sagte er am Mittwoch vor Anhängern seiner Partei der Philippinischen Massen (PMP) in Manila.
Die Proteste vor seinem Amtssitz hätten nicht dem Willen des Volkes entsprochen. Estrada sagte, er werde niemals das Land verlassen und verwies darauf, dass er keine Rücktrittserklärung unterzeichnet habe. Alle Entscheidungen, die seine vereidigte Nachfolgerin Gloria Macapagal Arroyo treffe, seien nur vorübergehend gültig. Estrada kündigte an, er werde gerichtlich gegen die neue Regierung vorgehen.
Arroyo war am vorvergangenen Wochenende durch den unblutigen Sturz ihres Vorgängers Estrada an die Macht gelangt. Gegen den Ex-Präsidenten laufen Ermittlungen unter anderem wegen Bereicherung und Bestechlichkeit. Kurz vor seiner Absetzung musste sich Estrada vor einem Senatsgericht wegen Korruptionsvorwürfen verantworten, nach denen er umgerechnet 20 Millionen Mark (10,23 Mill. Euro/141 Mill. S) von Betreibern einer illegalen Lotterie sowie aus Tabaksteuern kassiert haben soll. Er und seine Familie wurden mit einem Ausreiseverbot belegt.
