Warnung vor NATO-Erweiterung und US-Rüstungsplänen

Russland übt scharfe Kritik: Sowohl gegen eine weitere Ausdehnung der NATO nach Osteuropa als auch die amerikanischen Plänen zum Bau eines nationalen Raketenabwehrsystems im Weltall setzt sich Russland zur Wehr.
Bei einem Gespräch mit dem deutschen Verteidigungsminister Rudolf Scharping warnte der Sekretär des russischen Sicherheitsrates Sergej Iwanow am Dienstag in Moskau, eine neuerliche NATO-Erweiterung gefährde die Interessen Moskaus. "Dies kann zu einer ernsten Krise führen", sagte er. "Russland hat kein Vetorecht auf die Erweiterung des Bündnisses, aber ebenso wenig haben andere ein Veto auf unser Recht zum Schutz der nationalen Interessen."
Scharping erklärte zu den Vorhaben der USA. "Uns allen ist klar, dass die komplizierte Architektur der internationalen Sicherheit nicht gefährdet werden sollte", wurde er zitiert. Washington sollte sich bei seinem Vorhaben am ABM-Vertrag von 1972 über die Rüstung im Weltraum orientieren.
Nach Jahren der Stagnation meldete die russische Rüstungsindustrie unterdessen für das vergangene Jahr einen Produktionszuwachs von 25 Prozent. Der Wert der Waffenexporte habe sich von 2,9 Milliarden Dollar (3,15 Mrd. Euro/43,4 Mrd. S) 1999 auf knapp 4,3 Milliarden Dollar im Jahr 2000 erhöht. Das war ein Plus von 48 Prozent. Damit sei Russland drittgrößter Waffenexporteur der Welt geblieben und habe seinen Anteil am internationalen Waffenmarkt von 4,4 Prozent im Jahr 1999 auf 6,6 Prozent erhöht.
