Dienstag, 30. Jänner 2001

Gipfel Barak-Arafat am Donnerstag in Ägypten

Der israelische Regierungschef Ehud Barak schließt ein Gipfeltreffen mit Palästinenserpräsident Yasser Arafat noch vor der Wahl in Israel nun doch nicht mehr aus: Israelische Medien berichteten, der Gipfel könne am Donnerstag in Ägpyten stattfinden.

Nach den Worten eines hochrangigen Palästinenservertreters bemüht sich auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan um das Zustandekommen eines Nahostgipfels vor der Wahl eines neuen Regierungschefs am 6. Februar.

Grund für Baraks Sinneswandel sind offenbar die versöhnlichen Äußerungen von Arafat am Montagabend im israelischen Fernsehen. Arafat sagte in dem Interview am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos, das wichtigste sei, dass die Friedensverhandlungen fortgesetzt würden. Die Konfliktparteien müssten "respektieren", was bei den Marathonverhandlungen im ägyptischen Taba erreicht worden sei.

Barak sagte daraufhin, Arafat habe damit seine vorherigen Äußerungen korrigiert. Der Palästinenserpräsident hatte Israel am Sonntag eine "faschistische militärische Aggression" gegen sein Volk vorgeworfen. Daraufhin fror Barak bis zur Wahl alle Kontakte zu dem Palästinenserpräsidenten und dessen Mitarbeitern ein.

Der ägyptische Außenminister Amr Mussa schloss unterdessen Gespräche mit dem Likud-Politiker Ariel Sharon nicht aus. "Es wäre für uns kein Problem, mit ihm zu diskutieren", sagte Mussa in Paris der Nachrichtenagentur AFP. Bedingung sei aber, dass Sharon zu einer vernünftigen politischen Einschätzung der politischen Lage bereit sei. Diskussionen auf der Grundlage von Sharons Wahlkampfaussagen schloss Mussa aus.

30.1.2001 18:26