Dienstag, 30. Jänner 2001

OSZE empört über "brutale Attacke"

"Die OSZE-Mission im Kosovo verurteilt in strenger Weise die brutale Attacke auf sechs ihrer serbischen und bosnischen Mitarbeiter in der Nähe von Mitrovice/Kosvoska Mitrovica am Montagabend."

Wie der Missionsleiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für das Kosovo, Botschafter Daan Everts, in einer Presseaussendung vom Dienstag erklärte, handelte es sich bei der Entführung um ein "grobes Vergehen", das "die gesamte Arbeit der internationalen Gemeinschaft unterminiert". Der Missionsleiter sprach wörtlich von einer "inakzeptablen" Situation.

Wie die OSZE mitteilte, sind die Mitarbeiter attackiert worden, als sie vom regionalen OSZE-Zentrum zurückkehrten. Ihr offizielles Fahrzeug sei in einem südlichen Bezirk der geteilten Stadt von einer Menschenmenge angehalten worden. Daraufhin seien die vier Frauen und zwei Männer aus dem Fahrzeug gezerrt worden. Einer der Männer habe entfliehen können, der andere sei schwer verprügelt worden. Die Frauen seien traumatisiert und stünden unter Schock, hieß es. Alle sechs OSZE-Mitarbeiter befinden sich nun zur Pflege in Spitälern der internationalen Friedenstruppe KFOR.

Wie die OSZE versicherte, habe der rasche Einsatz der in der Nähe stationierten KFOR-Soldaten verhindert, dass sich die Situation noch verschlimmerte.

In den letzten Tagen hatte es mehrere Gewaltausbrüche in Mitrovice/Kosovska Mitrovica gegeben. Bei einem Granatenangriff waren am Montag ein kosovarischer Albaner getötet und zwei weitere verletzt worden. Vorige Woche war ein OSZE-Mitarbeiter in der Stadt angegriffen worden.

Die OSZE ist im Kosovo seit 1998 im Dienst der Demokratisierung und der Durchsetzung der Gesetze in der südserbischen Provinz aktiv. Diese Arbeit, die von über 1.000 Mitarbeitern aller Ethnien absolviert wird, sieht die OSZE nun gefährdet.

30.1.2001 15:15