Freitag, 26. Jänner 2001

AUA-Vorstand soll bleiben - Kein Streik

Von einer "unerträglichen politischen Einflussnahme" auf ihre Flugunternehmen sprechen die Betriebsräte von AUA, Lauda und Tyrolean Airways.

Es gebe keine Gründe, die AUA-Vorstände Herbert Bammer und Mario Rehulka abzulösen, weder wirtschaftliche noch aktienrechtliche, betonten am Freitag Vertreter der Bord-Betriebsräte von Austrian Airlines (AUA), Lauda Air und Tyrolean Airways in einem gemeinsamen Pressegespräch und wiesen alle "Einmischungsversuche" und "Störmanöver" unberufener Politiker, namentlich von der FPÖ, zurück. Ebenso unnötig sei auch die im Gespräch stehende außerordentliche Hauptversammlung, um einen "politisch genehmen" AUA-Aufsichtsrat einzusetzen, betonte AUA-Bord-Betriebsratschef Albin Schwarz. An eine Kampfmaßnahme der 8.000 Beschäftigten in der Airline-Gruppe denken die Betriebsräte trotz der von ihnen erneut heftig kritisierten Polit-Einmischungen nicht: "Ein Streik ist bei uns kein Thema."

Schwarz sagte, ÖIAG-Vorstandsdirektor Johannes Ditz habe ihm am Donnerstag versichert, dass der jetzige AUA-Vorstand sein Vertrauen habe und dass dies in Bezug auf Bammer und Rehulka auch für einen allenfalls neuen AUA-Aufsichtsrat gelte. Es sei "schade, dass dies Ditz nicht auch öffentlich in der Pressekonferenz gesagt hat." Er, Schwarz, rechne damit, dass die AUA-Chefs bleiben, wiewohl man vor mehr als sieben Jahren genau gegen diesen Vorstand gestreikt habe. Einzig positive Äußerung von ÖIAG-Aufsichtsratschef Alfred Heinzel sei die Klarstellung gewesen, dass Ex-Airline-Chef Niki Lauda nicht für eine Vorstandsfunktion in der AUA-Gruppe in Frage komme.

Dass die AUA, wie es am Donnerstag dem Vernehmen nach hieß, im Vorjahr im Fluggeschäft operativ deutlich mehr als eine Milliarde Schilling (72,7 Mill. Euro) Verlust eingeflogen haben solle - und damit fast so viel operatives Minus wie die Lauda Air -, hält der AUA-Bord-Betriebsratschef für nicht nachvollziehbar. Belastet worden sei die Bilanz - nach dem Rekordjahr 1998 mit 1 Mrd. S Gewinn und 1999 mit rund einer halben Milliarde im Plus - vor allem durch das teils vorgezogene Umflottungsprogramm sowie den Allianz-Wechsel von der Qualiflyer-Group mit der Swissair zur Star Alliance rund um die Lufthansa. Die - im vorhinein sicher schwer abschätzbaren - Kosten des Allianz-Wechsels bezifferte Schwarz mit "etwa 500 Mill. S".

26.1.2001 15:46