Werner Franz im ersten Training vor Fritz Strobl

Der für Freitag angesetzte Trainingslauf für die Weltcup-Abfahrt der Herren in Garmisch-Partenkirchen wurde abgesagt. Nach nächtlichen Regenfällen war die Piste nicht in rennfertigem Zustand.
Wintermärchen wird es dieses Jahr wohl keines geben bei der Abfahrt in Garmisch-Partenkichen. Denn die Kandahar-Piste präsentierte sich schon am Donnerstag beim ersten Training von ihrer schwierigsten Seite.
Plusgrade sorgen für ein wahnsinniges Tempo, der letzte Test vor der WM in St. Anton wird ein brutaler werden, das ist klar. Und das liegt nicht nur daran, dass sich die ÖSV-Abfahrer um die Fix-Plätze auf dem Arlberg matchen. Bestzeit im ersten Training erzielte Werner Franz (1:56,51) vor Fritz Strobl und Stephan Eberharter, Vorjahrssieger Hermann Maier kam auf Platz sieben.
"Es ist wirklich brutal", meinte Franz im Ziel. "Durch die Wärme ist der Schnee wahnsinnig schnell gewesen, dazu gibt es viele Schläge. Aber ich hab' einfach versucht, den Ski laufen zu lassen, dabei bin ich ein paar Mal auch weit von der Linie gewesen. Aber vielleicht macht mich das ja hier schnell." Franz lag 0,72 Sekunden vor seinem Landsmann Fritz Strobl. "Schnell ist es schon, aber es hilft ja nichts. Ich kann nur probieren, so Ski zu fahren, wie ich es kann. Und dann passt's, das weiß ich", sagte der Kärntner.
Extrem schnelle Abfahrt
Auch Stephan Eberharter kam im ersten Training weit besser zurecht als vergangenes Jahr, als er aber mit seiner Knieverletzung zu kämpfen hatte. "Im Training war's besser, aber das muss ich im Rennen erst beweisen", meinte er aber nur.
Hannes Trinkl, Trainings-Fünfter, ging mit seiner Charakterisierung am weitesten: "Eine so schnelle Abfahrt bin ich noch nie gefahren", bekannte der Oberösterreicher, "eigentlich war's mehr oder weniger eine Besichtigungs-Fahrt, aber sogar da war ich schon unglaublich schnell. Es ist sicher an der Grenze."
Der Herminator will´s noch schneller
Nur einem kann's nicht schnell genug sein: Hermann Maier. "Ich hoffe, dass es kälter wird, dann wird es sicher schneller. Denn von mir kann ich nicht behaupten, dass es heute schon so schnell gewesen wäre, aber ich bin ja auch nicht vorne. Vielleicht war's für die anderen wirklich ärger." Maier war auch in Garmisch im Stress, weihte nach dem Training gemeinsam mit Rosi Mittermaier das neue Zielhaus in Garmisch ein. Die Tafel "Rosi's Zielhaus" nagelte er an die Wand, denn Mittermaier hat dieses mit Ehemann Christian Neureuther für den Skiklub bei einem Sponsor "aufgestellt".
Abfahrt ohne Kjus und Aamodt
Zwei Gegner haben die Österreicher am Samstag auf jeden Fall weniger: Denn sowohl Lasse Kjus als auch Kjetil-Andre Aamodt zogen es vor, die Abfahrt auszulassen. "Bestimmt eine gescheite Entscheidung", grinste da der "Herminator", "aber ob's hilft, wird erst die WM zeigen." Für Maier war das Thema "Pause statt Garmisch" nicht existent. "Ich habe ja eine besondere Beziehung zu diesem Ort, immerhin hab' ich hier mein erstes Rennen gewonnen." Dafür ist Kristian Ghedina nach seiner Zwangspause von Kitzbühel wieder dabei. "Aber ich konnte die ganze Woche nicht Skifahren, hatte wegen meiner Bandscheiben nur Therapie. Ich hoffe aber, dass es bis Samstag noch besser wird, aber auf den Sieg rechne ich mir im Moment nichts aus."
Ergebnisse vom ersten Training am Donnerstag
1. Werner Franz (AUT) 1:56,51 Min.
2. Fritz Strobl (AUT) 0,72 Sek. zurück
3. Stephan Eberharter (AUT) 0,97
4. Didier Cuche (SUI) 1,13
5. Hannes Trinkl (AUT) 1,16
6. Silvano Beltrametti (ITA) 1,58
7. Hermann Maier (AUT) 1,65
8. Alessandro Fattori (ITA) 1,66
9. Pierre-Emmanuel Dalcin (FRA) 1,79
10. Christian Greber (AUT) 1,90
Weiter
12. Peter Rzehak (AUT) 2,17
18. Josef Strobl (AUT) 2,59
29. Roland Assinger (AUT) 3,77
31. Christoph Gruber (AUT) 3,82
50. Patrick Wirth (AUT) 5,01
Team des Jahres 2011/201211:40
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