Uni Wien: Hochschullehrer drohen mit Streik

Die Hochschullehrer der Uni Wien haben sich in einer Gewerkschaftlichen Betriebsversammlung für einen Streik ab März ausgesprochen - falls die Verhandlungen um das neue Dienstrecht keine Ergebnisse bringen.
Das neue Dienstrecht soll als Entwurf am 2. April in die Begutachtung gehen, ein von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) für Anfang Jänner angekündigter Terminplan liege noch immer nicht vor, kritisierte Klaus Zelewitz (Bild), Vorsitzender der Sektion Hochschullehrer in der Gewerkschaft Öffenticher Dienst (GÖD) am Samstag.
Zelewitz: Zeit für Verhandlungen "zu kurz"
Die Hochschullehrer befürchten, dass durch Übergangsbestimmungen und befristete Verträge, die das neue Dienstrecht vorsieht, "mehrere tausend Assistenten relativ kurzfristig auf der Straße sitzen", so Zelewitz. Er kritisierte, dass die Zeit für die notwendigen Verhandlungen in dieser komplizierten Materie nicht ausreiche, die Gespräche würden nämlich erst Mitte Februar beginnen: "Das ist zu kurz".
"Ein Streik wäre eine Katastrophe", urteilt im "Standard" (Samstag-Ausgabe) der Hochschülerschaftsvorsitzende Martin Faißt von der VP-nahen AG. Zwar sei ein vernünftiges Dienstrecht auch ein Anliegen der Studierenden, doch man solle nicht "gleich mit der Keule 'Streik' drohen". Im Gegensatz dazu erklären sich der Verband sozialistischer StudentInnen sowie Gras (Grüne&Alternative StudentInnen) solidarisch mit den Lehrenden.
Ministerium: Kein Grund zum Streik
Im Bildungsministerium sieht man naturgemäß keinen Streikgrund. Der vorliegende Entwurf sei ja noch kein Gesetzestext, sondern als Diskussionsgrundlage gedacht. "Und da ist einiges in Bewegung gekommen. Ich finde das sehr positiv", wird Sektionschef Sigurd Höllinger im "Standard" zitiert.
