Zwischenfall am Gazastreifen: Ägyptische Grenzpolizisten laut Augenzeugen getötet

Zuvor stürmte 300 Palästinenser durch Grenzmauer

Beim schwersten Grenzzwischenfall seit Abzug der israelischen Truppen aus dem Gaza-Streifen sind am Mittwochabend bei Rafah nach palästinensischen Angaben zwei ägyptische Grenzsoldaten getötet und zehn weitere verletzt worden. Auch 14 Palästinenser erlitten Verletzungen. Nach Angaben eines hohen palästinensischen Sicherheitsoffiziers hatten Mitglieder der militanten Fatah-Splittergruppe "Al-Aksa-Märtyrerbrigaden" mit gestohlenen Bulldozern ein großes Loch in die Mauer an der Grenze zu Ägypten gerissen. Durch das Loch feuerte dann ein Palästinenser auf die ägyptischen Grenzsoldaten und tötete zwei von ihnen.

Rund 300 Palästinenser, unter ihnen offenbar viele Drogen- und Waffenschmuggler, stießen nach diesen Angaben auf ägyptisches Gebiet vor und bewarfen die ägyptischen Grenzwächter mit Steinen und selbst gebauten Handgranaten. Dabei seien 10 Ägypter verletzt worden. Ägyptische und palästinensische Sicherheitskräfte nahmen rund 100 Angreifer fest. Den Sicherheitskräften gelang es später, die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Arbeiter begannen damit, das Loch in der hohen Zementmauer wieder zu schließen.

Kurz zuvor hatten die Al-Aksa-Brigaden, die sich jeder Kontrolle durch die Fatah-Führung entziehen, erklärt, sie wollten ihre militanten Aktionen einstellen. Sprecher der radikalen Gruppe sagten am Abend, sie hätten mit den palästinensischen Behörden eine Einigung über die Freilassung eines Gesinnungsgenossen erzielt, der als Drahtzieher der Entführung von drei Briten im Gaza-Streifen gilt. Er war am Dienstag festgenommen worden und soll am heutigen Donnerstagnachmittag freigelassen werden. Seine Festnahme hatte zu den Ausschreitungen, darunter die Besetzung von öffentlichen Gebäuden und die Störung des Grenzverkehrs in Rafah, geführt. (apa/red)