Zwei Anschläge auf russische Pipelines: Georgien steht mitten im Winter ohne Gas da

Laut Generalstaatsanwalt zwei Sprengsätze detoniert PLUS: Nordeuropa leidet unter eisiger Kältewelle!

Zwei Explosionen an Pipelines in Südrussland haben am Sonntag die Gaslieferungen nach Georgien und Armenien gekappt. Inmitten des kalten Winters droht den betroffenen Ländern eine Versorgungskrise. Die Reparatur werde zwei bis drei Tage dauern, zitierte die Nachrichtenagentur ITAR-Tass einen Sprecher des russischen Katastrophenschutzministeriums. Die Vorräte in Georgien reichen nach Angaben der Regierung in Tiflis allerdings nur einen Tag.

Betroffen seien zwei Pipelines in Nordossetien unweit der Grenze zu Georgien, erklärte das Moskauer Ministerium. Die Staatsanwaltschaft nahm nach Berichten der Nachrichtenagentur Interfax Ermittlungen wegen Sabotage auf. Es bestehe der Verdacht auf vorsätzliche Zerstörung, wurde der zuständige Staatsanwalt Nikolai Schepel zitiert. Auch Beamte des Inlandsgeheimdienstes FSB seien zu den Ermittlungen hinzugezogen worden, berichtete ITAR-Tass.

Ebenfalls in Nordossetien ereignete sich am Sonntag eine Explosion an einem Hochspannungsmast und unterbrach nach russischen Regierungsangaben den Stromfluss nach Georgien. Die Ursache sei noch nicht bekannt, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzministeriums. Auch ob ein Zusammenhang zu den Pipeline-Detonationen bestand, war unklar.

Der georgische Präsident Michail Saakaschwili forderte Russland in gereiztem Ton auf, die Bemühungen zur Wiederherstellung der Versorgung zu verstärken. Die Regierung in Moskau müsse den Fall als dringende Angelegenheit einstufen und ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllen. "Ich rate niemandem, einem Land mit Drohungen oder Erpressungsversuchen gegenüber zu treten", sagte er vor Journalisten.

Beamte des georgischen Energieministeriums reisten ins benachbarte Aserbaidschan, um über die Aufnahme von Gaslieferungen durch eine Pipeline von der Hauptstadt Baku in die georgische Hafenstadt Batumi zu verhandeln. Bis diese Pipeline betriebsbereit sei, vergingen aber drei Tage, sagte Ministeriumssprecherin Teona Doliaschwili. Die Nachrichtenagentur RIA-Nowosti berichtete dagegen, dass Georgien bereits erstes Gas aus Aserbaidschan erhalten habe und bis zum Abend mit weiteren Lieferungen zu rechnen sei.

Russisches Gas fließt durch Georgien auch nach Armenien, von wo wiederum Strom nach Georgien geliefert wird. Wegen der Unterbrechung der Gaszufuhr waren am Sonntag auch die Stromlieferungen aus Armenien nach Georgien unterbrochen.

In den vergangenen Jahren wurden russische Pipelines im Süden des Landes gelegentlich bei Explosionen beschädigt, die auf Sabotage zurückgeführt wurden. Dabei wurde die Energieversorgung aber nie stärker beeinträchtigt. (apa/red)