Zuwanderer in Wien leben noch nicht in
"Ghettos": Zahl der Problemviertel steigt!

Studie: Konzentrationsprozess in manchen Bezirken Zustand der Häuser in Zuwanderervierteln schlecht

Zuwanderer in Wien leben noch nicht in 
 "Ghettos": Zahl der Problemviertel steigt!

In Wien gibt es keine "Ghettos" - aber immer mehr Wohngegenden, die als Ausländerviertel definiert werden können. Eine Studie weist einen Konzentrationsprozess in den vergangenen Jahren nach. In so genannten bürgerlichen Stadtteilen reduzierte sich der Anteil an Migranten, in anderen nahm er hingegen zu. Dazu kommt: Der Zustand der Häuser hat sich in den Zuwanderervierteln verschlechtert.

Das Institut für Stadt- und Regionalforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften untersuchte im Rahmen eines vom Jubiläumsfonds der Stadt finanzierten Projekts die Verteilung der Zuwanderer. Im Mittelpunkt standen Personen, die aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen. Als Vergleich diente eine Studie aus dem Jahr 1981. Diese hat sich den Gastarbeitern aus Jugoslawien gewidmet, die damals noch den größten Anteil der Migranten stellten.

Das ist inzwischen nicht mehr so. Betrug der Anteil an Ex- Jugoslawen an der ausländischen Wohnbevölkerung 1981 noch 51,7 Prozent, waren es 2005 nur mehr 38,7 Prozent, 119.656 in absoluten Zahlen. Die Zuwanderer aus Ex-Jugoslawien wurden zum Teil durch andere Herkunftsgruppen ersetzt.

In manchen Bezirken gab es seit 1981 kaum oder keine Zuwächse bei Zuwanderern. Dies betrifft etwa den 6. Bezirk. Deutliche Zuwächse gab es etwa im 16. oder dem 20. Bezirk. Vor allem in den Arbeiterbezirken entlang des Gürtels weise die Regel "einmal Ausländerhaus, immer Ausländerhaus" Gültigkeit auf. Devastierte Gastarbeiterquartiere gibt es demnach zwar nicht mehr, der bauliche Erhaltungszustand - etwa die Fassade - hat sich aber im Durchschnitt verschlechtert.

"Wien hat ganz sicher keine Ghettos, aber aber es gibt einen Ghettoisierungsprozess", betonte Heinz Fassmann, Direktor des Instituts für Stadt- und Regionalforschung. Im internationalen Vergleich sei die Situation gut, Verbesserungsbedarf gebe es aber sehr wohl.

(apa/red)