Zusammenstößen bei Kommunalwahlen in Nepal: Mindestens zehn Menschen gestorben

Maoistische Rebellen und ein Soldat unter Opfern

Die ersten Wahlen im Bürgerkriegsland Nepal seit sieben Jahren sind am Mittwoch von Gewalt überschattet worden. Bei Protesten und Kämpfen zwischen maoistischen Rebellen und Sicherheitskräften wurden seit Dienstag mindestens zehn Menschen getötet, wie Polizei und Armee mitteilten. Rebellen steckten landesweit mindestens zwölf Regierungsgebäude in Brand. Nach Boykottaufrufen von Rebellen und Opposition war die Beteiligung an den Kommunalwahlen äußerst niedrig. In der Hauptstadt Kathmandu gaben nach Angaben des Staatsfernsehen bis eine Stunde vor Schließung der Wahllokale nur etwa zehn Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Bei Kämpfen in verschiedenen Landesteilen kamen nach Armeeangaben acht Rebellen und ein Soldat ums Leben. Ein Rebell wurde demnach erschossen, als er eine Landmine legen wollte. Bei Protesten im zentralwestlichen Distrikt Dang wurde zudem ein Zivilist getötet, als Soldaten auf eine Gruppe demonstrierender Wahlgegner schossen. Unter anderem zündeten die Rebellen eine Staatsbank an. Die Angriffe hätten am späten Dienstagabend begonnen und bis zum frühen Morgen gedauert, sagte ein Polizeivertreter. Im Osten des Landes verschleppten Rebellen nach Angaben der Sicherheitskräfte zwölf Regierungsbeamte und drei Polizisten. Am Dienstag war bereits bekannt geworden, dass bei verschiedenen Anschlägen landesweit acht Menschen getötet worden waren.

In Mahendranagar im Westen des Landes waren die Wahllokale so gut wie ausgestorben, nachdem es einem örtlichen Journalisten zufolge eine Serie von Explosionen gegeben hatte. In der östlichen Stadt Malangawa lag die Wahlbeteiligung dem Staatsfernsehen zufolge vorläufig bei 52 Prozent, in Biratnagar in derselben Region hingegen bei nur zehn Pozent. Oppositionsparteien und Rebellen hatten zu einem Boykott der Wahlen aufgerufen. Die Maoisten drohten zudem jedem, der trotzdem wählen gehe, mit Gewalt. In 22 von 58 Gemeinden Nepals konnten keine Wahlen stattfinden, weil die Kandidaten aus Angst um ihr Leben nicht antraten. Zwei Kandidaten wurden nach Polizeiangaben von Rebellen getötet.

Rebellenchef Prachanda, rief Nepals König Gyanendra zum Dialog auf. In einem am Mittwoch in der indischen Zeitung "The Hindu" veröffentlichten Interview sagte er, wenn es freie Wahlen geben sollte, würden die Maoisten sogar eine Entscheidung der Bürger für den Fortbestand der Monarchie akzeptieren.

König Gyanendra hatte die Kommunalwahlen als ersten Schritt auf dem Weg in die Demokratie bezeichnet.

(apa)