Zugangs-Beschränkung für Med-Unis: Rück-kehr zum Herkunftslandprinzip ist möglich

Numerus Clausus-Flüchtlinge hätten damit Chance Gehrer: Auch andere Optionen werden noch geprüft

Beim Universitätszugang zeichnet sich derzeit eine Lösung ab, die in Richtung einer vorerst auf zwei Jahre befristeten Rückkehr zum Herkunftslandprinzip in der Medizin gehen dürfte. In einem Gespräch mit der APA in Brüssel hat Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) diese Variante als einzige nicht diskriminierende Lösung dargestellt: "Wer in Deutschland einen Zugang mit Matura hat, kann bei uns zur Zulassung kommen. Juristisch ist das nicht gleichheitswidrig." Aber seitens des Ministeriums betonte man wenig später, dass noch keine Lösung fix sei. Auch andere Optionen würden nach wie vor noch geprüft. Dies betonte auch ein Sprecher von EU-Bildungskommissar Jan Figel: Die Gespräche würden noch andauern, es gebe noch keine endgültige Lösung.

Zuletzt waren drei Varianten für eine Lösung beim Hochschulzugang im Gespräch: Eine Rückkehr zum Herkunftslandsprinzip würde bedeuten, dass Medizin-Studenten aus dem EU-Ausland künftig nur noch dann zum österreichischen Aufnahmeverfahren zugelassen würden, wenn sie auch im Heimatland die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Dies schließt etwa deutsche Numerus Clausus-Flüchtlinge aus - eine ähnliche Regelung hat bereits (für alle Fächer) vor dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gegolten, der Anfang Juli 2005 die bestehenden Zugangsregelungen für Studenten aus dem EU-Ausland aufgehoben hatte.

Bei den beiden anderen Möglichkeiten - konkret das belgische Modell, bei dem man für einen Zugang zur Universität einen Wohnsitz in Belgien nachweisen muss, und die Möglichkeit einer Quotenregelung - hätten Europarechtsexperten ihr umgekehrt erklärt, dass diese gleichheitswidrig seien, so Gehrer. In dieser Frage müsse man sich auf das verlassen, was die Juristen sagen. Laut Gehrers Sprecher Thomas Schmid will das Ministerium aber noch weitere Rechtsmeinungen einholen.

Für die Lösung mit der teilweisen Rückkehr zum Herkunftslandsprinzip sei "nur eine kleine Gesetzesnovelle notwendig", so Gehrer. Darüber werde auch im Parlament bereits "diskutiert". Ein konkreter Gesetzesentwurf liege aber noch nicht vor.

Die EU-Kommission muss aus Sicht Gehrers formal nicht zustimmen, aber die Gespräche mit ihr seien gut verlaufen. "Wir wollen eine gemeinsame Lösung finden mit der Kommission." Diese müsse EU-konform sein und dürfe nicht auf einzelne Nationen abstellen.

Keine Sonderregeln für ausländische Studierende wird es voraussichtlich für die Veterinärmedizin geben. Der Rektor der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW), Wolf-Dietrich von Fircks, habe angedeutet, dass er nach der Einführung von Zugangsverfahren keine weitere Regelungen benötige, so Gehrer.

An Uni Graz laufen Aufstiegs-Tests für Biologie-Anfänger
Großes Zittern um die Aufnahme ins zweite Semester herrscht in Graz derzeit nicht nur für rund 1.100 Medizinstudenten. Auch für 220 Erstsemestrige des Bakkalaureatstudiums Biologie an der Universität Graz geht es dieser Tage um den Fortgang ihrer - wenn auch erst kurzen - Karriere. In sechs Fachprüfungen wird entscheiden, wer einen der insgesamt 160 Studienplätze in Biologie erhält. Das Ergebnis wird ab 8. Februar veröffentlicht.

Für vier Studienrichtungen - Betriebswirtschaft, Psychologie, Pharmazie und Biologie - hatte die Universität Graz im Vorjahr Zulassungsverfahren erarbeitet. Während in den ersten drei Studienrichtungen bereits zu Beginn des Semesters angesetzt waren, wurden für das Bakkalaureatstudium Biologie vorerst alle Interessierten zugelassen. Über das Weiterkommen entscheiden seit dem 11. Jänner Aufstiegs-Tests, die noch bis zum 26. Jänner andauern.

Mit den sechs schriftlichen Fachprüfungen, die teilweise in Form von Multiple Choice-Tests erfolgen, sollen die besten 160 Studienanfänger in Biologie gefunden werden. Sie dürfen dann ihr Studium der Biologie an der Universität Graz fortsetzen. Dafür müssen die Studierenden in Fächern wie "Grundlagen der funktionellen Pflanzenbiologie", "Grundstrukturen pflanzlichen Lebens", "Einführung in die Mikrobiologie" und "Einführung in die Zoologie" ihr Wissen unter Beweis stellen. Die Studierenden konnten jeweils aus zwei Prüfungsterminen pro Fach wählen.

Die Ergebnisse der Einzelprüfungen werden zusammengezählt und gereiht. Wer einen der Studienplätze bekommen hat, können die Studierenden ab 8. Februar im Internet erfahren. Wer nicht zugelassen wird, kann im kommenden Jahr erneut antreten.

Anfänger der Studienrichtungen Betriebswirtschaft, Psychologie und Pharmazie hatten sich zu Beginn des Wintersemesters 2005 dem Aufnahmeverfahren gestellt. In Betriebswirtschaft und Psychologie wurden die festgelegten Limits jedoch nicht überschritten. In Pharmazie konnten 70 Maturanten das Studium nicht beginnen.

(apa/red)