Zu wenig Geld für ein Bier: Mann muss nach 30-Euro-Banküberfall in Tirol ins Gefängnis!

40-Jähriger Oberösterreicher wollte Geburtstag feiern Deutete mit seiner Hand in der Jacke eine Pistole an

Das hat sich wohl nicht gelohnt: Wegen eines Banküberfalls mit nur 30 Euro Beute hat sich ein Oberösterreicher vor einem Innsbrucker Schöffengericht wiedergefunden. Der bisher unbescholtene 40-Jährige wurde zu einer vorerst nicht rechtskräftigen Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt. Einen Monat davon muss er im Gefängnis absitzen.

Reumütig gestand der im Tiroler Unterland wohnhafte Kellner aus Vöcklabruck seine Schuld ein: Eigentlich habe er an besagtem Tag - dem 22. September des Vorjahres - nur seinen 40. Geburtstag feiern und etwas trinken wollen, aber kein Geld mehr gehabt. "Es ist einfach so passiert", meinte er.

Nach einer durchzechten Nacht wollte der verschuldete Mann gegen Mittag in einem Innsbrucker Elektrogeschäft sein Handy verkaufen, um zu Geld zu kommen. Weil er damit keinen Erfolg hatte, sagte er in betrunkenem Zustand - er hatte ein Promille Alkohol im Blut- zum Verkäufer, dass er nunmehr eine Bank überfallen müsse.

Er begab sich ein Stück weiter zu einer Sparkassen-Filiale. Am Schalter legte er sein Handy auf das Pult und fragte eine Bankangestellte, ob sie ihm sein Mobiltelefon für 30 Euro abkaufen würde, was diese verneinte.

Mit den Worten "Jetzt mache ich einen Banküberfall. 30 Euro bitte!" und einer unter seiner Jacke mit einer Hand angedeuteten Waffe forderte er Geld. Nachdem er die 30 Euro erhalten hatte, kündigte er an, dass er jetzt noch etwas trinken gehen werde, weil die Polizei ohnehin gleich komme. Im Gastgarten des benachbarten Kaffeehauses wurde er schließlich festgenommen. Von seiner Beute wurden 20 Euro sichergestellt. Den Rest zahlte er später zurück.

"Ich war frustriert, weil ich Spielschulden habe und mit 40 Jahren nichts erreicht habe", versuchte der Angeklagte eine Erklärung für den kuriosen Banküberfall zu finden. "Meine Frau hat mich eh' geschimpft, aber sie hält zu mir", meinte er noch. Staatsanwältin Andrea Klammer sprach von einer "an sich völlig sinnlosen Tat", die jedoch nicht gänzlich zu verharmlosen sei.

Der Oberösterreicher wurde wegen des Verbrechens des Raubes zu der teilbedingten Strafe verurteilt. Trotz seiner Alkoholisierung habe er "ganz zielgerichtet gehandelt", sagte die vorsitzende Richterin Ingrid Brandstätter und ergänzte, dass ihr "so etwas noch nie untergekommen ist". "Wegen so einem lächerlichen Betrag so eine tiefe Hemmschwelle. Das kann nicht sein", sagte sie. Der Angeklagte erbat sich Bedenkzeit. Der Strafrahmen für dieses Delikt macht üblicherweise zwischen sechs Monaten und fünf Jahren aus. (apa)