"Zahlreiche interessante Bewerbungen" um Nachfolge von AUA-Chef Vagn Sörensen

Kommandant der Luftstreitkräfte unter Bewerbern Shortlist soll erst bis Ende Februar feststehen

Am Montag endet die Bewerbungsfrist für den Posten des Vorstandsvorsitzenden der Austrian Airlines-Gruppe. Es habe "zahlreiche interessante Bewerbungen aus dem In- und Ausland gegeben", war aus Eigentümerkreisen zu erfahren. Offiziell wollte sich zu diesem Zeitpunkt weder die AUA noch die staatliche Beteiligungsholding ÖIAG als größter Eigentümer zu dem Thema äußern.

AUA-Chef Vagn Sörensen wird seinen noch bis Ende 2006 laufenden Vertrag nicht mehr verlängern. Anfang Dezember startete die Agentur Spencer Stuart die offizielle Ausschreibung nach einem Sörensen-Nachfolger. "Gesucht wird eine international erfahrene Führungskraft, die geeignet ist, die Herausforderungen, denen sich das Unternehmen in einem wettbewerbsintensiven Umfeld gegenübergestellt sieht, zu bewältigen", hieß es in der Ausschreibung.

Der Personalberater soll bis Ende Februar dem Aufsichtsrat eine "Shortlist" mit den am geeignetsten erscheinenden Bewerbern präsentieren. Voraussichtlich im März soll es nach Vorstellungen des Aufsichtsrats erste Hearings mit möglichen Sörensen-Nachfolgern geben. Erwünscht sind mindestens zehn Jahre internationale Management-Erfahrung und "bewiesene Saniererqualitäten". Airline-Erfahrung gilt als "sehr wünschenswert", ein Österreich-Bezug wäre "vorteilhaft".

Schon im Vorfeld waren Spekulationen über mögliche Kandidaten auf den AUA-Chefsessel aufgetaucht. Genannt wurden unter anderem Siemens-Manager und AUA-Aufsichtsrat Alfred Ötsch oder ÖBB-Güterverkehrsvorstand und Airline-Experte Ferdinand Schmidt, der sich zu dem Thema am Montag nicht äußern wollte. Brancheninsider bescheinigen auch Sörensens Vorstandskollegen bei der AUA, Finanzvorstand Thomas Kleibl und Netzwerk-Vorstand Josef Burger Interesse.

Laut der Tageszeitung "Standard" soll sich auch der Kommandant der österreichischen Luftstreitkräfte, Generalmajor Erich Wolf, für den Spitzenjob beworben haben. Wolf sehe sich für die Aufgabe qualifiziert, weil er schon bisher eine Luftflotte von 160 Fliegern mit extrem hoher Einsatzbereitschaft unter erschwerten Bedingungen zu managen hatte, heißt es.

Vor kurzem nannte das deutsche "Handelsblatt" den langjährigen Lufthansa-Manager Ralf Teckentrup als Favoriten für die Sörensen-Nachfolge. Als Vorstand des Reisekonzerns Thomas Cook schaffte er die Sanierung der schwer angeschlagenen Ferienfluglinie Condor.
(apa)