Nun ist nicht einmal mehr Stabilitätsanker Deutschland immun gegen die Euro-Krise. Geschäftsklimaindex ifo bricht ein.
Die deutsche Privatwirtschaft ist im Juni so stark geschrumpft wie seit der weltweiten Finanzkrise vor drei Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 0,8 auf 48,5 Punkte, teilte das Markit-Institut am Donnerstag nach einer Umfrage unter 1.000 Unternehmen mit. Das ist der schlechteste Wert seit Juni 2009.
Die Zeichen stehen damit auf Rezession, denn der Barometer signalisiert erst ab einer Marke von 50 Wachstum. "In den deutschen Unternehmen setzt sich zunehmend die Ansicht durch, dass die Turbulenzen in der Euro-Zone die Geschäftsaussichten für das zweiten Jahreshälfte 2012 bereits beschädigt haben", sagte Markit-Ökonom Tim Moore.
Stimmung sehr schlecht
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist im Sog der Eurokrise so schlecht wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Juni um 1,6 auf 105,3 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag mitteilte. Mit dem zweiten Rückgang in Folge sank das Barometer auf den niedrigsten Wert seit März 2010. Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf 105,9 Punkte erwartet. "Die Euro-Krise schlägt jetzt voll durch", warnte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. "Sie steht quasi vor der Haustür."
Dabei passt es ins Bild, dass die 7.000 befragten Manager die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter einschätzen als zuletzt. Das Barometer fiel auf 97,3 Zähler von 100,8 Punkten. Experten hatten hier einen Rückgang auf 99,8 Zähler vorausgesagt. Die Geschäftslage wurde indes besser beurteilt. Dieser Index stieg auf 113,9 Punkte von 113,2 Zählern. Hier waren 112,3 Punkte erwartet worden.
"Die Euro-Krise schlägt jetzt voll durch. Sie steht quasi vor der Haustür", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe am Freitag. "Bisher ist es für Deutschland ja ganz gut gelaufen, wenn man mal von der kleinen Delle im Winter absieht." Doch das ändere sich nun. Die wirtschaftliche Dynamik werde sich weiter abschwächen. "Ich sehe im Moment noch keine Rezession, eher eine Delle im zweiten und dritten Quartal." Die Wirtschaftsleistung werde dann nur noch knapp über null Prozent liegen. In den ersten drei Monaten war sie noch überraschend stark um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal geklettert.
Folgt Österreich?
Die Umfrage reiht sich ein in eine Serie schlechter Konjunkturdaten. Die ZEW-Konjunkturerwartungen von Anlegern und Analysten brachen im Juni so stark ein wie seit 1998 nicht mehr. Auch Exporte, Produktion und Industrieaufträge gingen zuletzt zurück.
Nun ist es wohl nur mehr eine Frage der Zeit, bis es auch Österreich erwischt. Trotz großer wirtschaftlicher Erfolge in der letzten Zeit wird sich auch Österreich kaum der allgemeinen Konjunktureintrübung entziehen können.
Kommentare
Zweite fossile Rezession Der Regelkreislauf ist einfach erklärt. Angebot und Nachfrage bestimmt den Preis.
Konjunktur -> Nachfrage steigt -> Ölpreis steigt -> Rezession -> Nachfrage sinkt -> Ölpreis sinkt
Doch nicht alle Märlte reagieren gleich auf mehr Nachfrage. Seht euch Computer, Handies und Photovoltaik an. Der totale Preissturtz durch mehr Nachfrage.
Daher kann nur der radikale Ölausstieg zu stabilen wirtschaftlichen Verhältnissen führen.
Siehe dazu meine Neujahrsansprache 2009
http://politik.pege.org/2009-neujahr/