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Eine Stimme der Vernunft weniger

Markus R. Leeb über Steuerreformen

Wirtschaft - Eine Stimme der Vernunft weniger © Bild: NEWS

r war einer der Großen seiner Zunft, auch wenn ihn die breite Masse wenig wahrgenommen hat: Karl Bruckner, der vergangenen Sonntag 64-jährig verstorben ist, zählte als Geschäftsführer der Steuerberatungskanzlei BDO Austria zu den versiertesten Steuerspezialisten des Landes. Auf seinen Rat haben mehrere Finanzminister gehört.

Für uns Wirtschaftsjournalisten war Bruckner ein stets geduldiger Interviewpartner und Erklärer. Ich gedenke an dieser Stelle seiner, weil ich ihn als Stimme der Vernunft geschätzt habe und mich an unsere letzten Gespräche erinnere: Bruckner forderte einmal mehr echte Reformen ein und warnte vor politischem Aktionismus. Dass eine Reichensteuer die Finanzen Österreichs nie sanieren kann, war für den Zahlenmenschen Bruckner so offensichtlich wie das kleine Einmaleins. „Steuern, die substanzielle Beiträge für das Bundesbudget bringen, werden immer Massensteuern sein. Alles andere geht sich rechnerisch nicht aus“, erklärte der Professor. Man könne allerdings den Vermögenszuwachs der Wohlhabenden stärker besteuern, um die allgemeine Steuermoral zu heben. Um die Staatsfinanzen zu sanieren, gab es für Bruckner nur einen Weg: Reformen, die unsere Politik schon zu lange vor sich herschiebt. Sein Wort in Gottes Ohr.

Kommentare

Oliver-Berg

Schade um Karl Bruckner Er war einer der profiliertesten Wirtschaftstreuhänder unseres Landes, der in süffisanter und kurzweiliger Art auch steuerlichen Laien die Funktionsweise des Steuersystems und deren
Schlupflöcher oder sagen wir Gestaltungsmöglichkeiten dazu brilliant erklären konnte.

Ich habe seine Fachvorträge immer geschätzt. Er ruhe in Frieden.

Mein Beileid seiner ganzen Familie und seinen Kanzleikollegen und -kolleginnen, die einen wertvollen Menschen verloren haben.

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