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Die neuen Nationalismen

Markus R. Leeb über das Anti-Euro-Buch von Thilo Sarrazin

Wirtschaft - Die neuen Nationalismen © Bild: NEWS

Europa braucht den Euro nicht. So lautet der Titel und damit die Hauptthese eines neuen Buches. Geschrieben hat es der deutsche Aufreger, Exbanker und Bestsellerautor Thilo Sarrazin. Lesen muss man es nicht wirklich, im Titel ist das Wichtigste gesagt.

Selbstverständlich gibt es einen guten Grund für dieses Buch. Das Vorgängerwerk Sarrazins mit dem Titel „Deutschland schafft sich ab“ ist ein Megaseller. 1,5 Millionen Mal hat sich das fragwürdige Buch verkauft. Das ist ein unglaublich tolles Geschäft für Verlag und Autor. Selbst wenn nur noch zehn Prozent das Nachfolgewerk kaufen, wäre das ein nächster Bestseller.

Es gibt einen guten Nährboden für ein Anti-Euro-Buch. Denn viele frustrierte Steuerzahler finden auch, dass südländische Staaten fauler sowie unehrlicher sind und eine große Eurozone deshalb auf Kosten von fleißigen und ehrlichen Bürgern – also uns – geht. Man erinnert sich gern an die starke D-Mark oder den harten Schilling. Unsere Kaufkraft ohne die Pleitestaaten wäre ungebrochen.

Das sind neue Nationalismen, die hier aufkommen. Eine Entsolidarisierung aus dem Wahn heraus, unbesiegbar zu sein. Nur: Wer soll unsere Produkte kaufen, wenn unsere Währung plötzlich um 30 Prozent aufgewertet wird? Nun, das wird wohl im nächsten Bestseller beantwortet.