"Wir brauchen dringend Erfolgserlebnis": Schachner über zahme Münchner Löwen

"Wenn wir ersten Sieg machen, wendet sich Blatt"

Walter Schachner muss auch nach vier Spielen als Trainer von 1860 München in der 2. Deutschen Fußball-Bundesliga weiter auf den ersten "Dreipunkter" warten. Je zwei Remis und Niederlagen stehen bisher für ihn zu Buche. Im Anschluss an das 1:1 gegen Kickers Offenbach sprach der Steirer in der Allianz Arena mit der APA - Austria Presse Agentur.

Dass es in vier Partien nur zu zwei Punkten gereicht hat, sei er "nicht gewohnt, aber die Situation ist so", sagt Schachner. "Ich, die Mannschaft, der Verein haben keinen Erfolg. Aber das wird sich ändern", gibt sich "Schoko" im selben Atemzug kämpferisch. "Wenn wir den ersten Sieg machen, wendet sich das Blatt."

Dass es dazu unter seiner Regie noch nicht gereicht hat, führt der Steirer darauf zurück, dass seine Spieler "verunsichert" seien. "Wir brauchen dringend ein Erfolgserlebnis." Die dafür nicht gerade günstig erscheinende Auslosung der kommenden Runden - die "Löwen" müssen zum SC Freiburg und zu Eintracht Braunschweig, anschließend empfangen sie den VfL Bochum - interessiert den Steirer wenig. In der 2. Bundesliga könne "jeder jeden schlagen".

Er sei nach München gekommen, um zu "helfen, den Klub nach oben zu bringen. Auch wenn es nächstes Jahr ist", so Schachner. "Wir denken nur mehr von Spiel zu Spiel", was aber nicht heißen soll, dass der Verein den Aufstieg 2006 schon gänzlich abgehakt hat.

1860 ist seit inzwischen acht Spielen sieglos. In der Allianz Arena datiert der letzte Erfolg vom 14. Oktober 2005, liegt also mehr als vier Monate zurück. Und wenn es nicht läuft, kommt auch noch Pech dazu. Gegen Offenbach wurde den "Löwen" kurz vor Schluss ein glasklarer Foulelfmeter vorenthalten. Die Situation hatte auch Schachner so gesehen, fügte jedoch sportlich fair hinzu: "Auf den Schiedsrichter brauchen wir uns nicht auszureden."

"Wir müssen im körperlichen und mentalen Bereich weiterarbeiten", so "Schoko". Mitte vergangener Woche fand ein erstes Teambuilding-Seminar statt, dem weitere folgen sollen. Schachner: "Wir müssen uns selbst aus dem Dreck ziehen, andere werden uns nicht helfen."
(apa)