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Windows 8 startet

Microsoft läutet neue Ära ein: Verschmelzung von Desktop- und mobiler Oberfläche.

Microsoft stellt Windows 8 Geräte aus © Bild: 2012 AFP

Microsoft lässt das neue Betriebssystem Windows 8 am Freitag offiziell vom Stapel laufen. In Österreich schaut man aufgrund des Feiertags zwar durch die Finger und muss sich bis Samstag gedulden, sofern man die Box-Version im Handel bevorzugt. Nichtsdestotrotz steht die altehrwürdige Betriebssystem-Marke vor einer kleinen Revolution. Die Verschmelzung von Desktop- und mobiler Oberfläche, um die Touchscreen-orientierte Tablet-Usability an Bord zu holen, könnte sich dabei als riskanter Spagat entpuppen.

"Der Start von Windows 8 ist der Beginn einer neuen Ära für Microsoft", sagte Konzernchef Steve Ballmer im Vorfeld des Starts. Es ist die wichtigste Neuvorstellung seit vielen Jahren: Zusammen mit dem PC-Betriebssystem kommen eine Version für Smartphones und eine für Tablet-Computer heraus. Bei den mobilen Geräten hinkt Microsoft bislang Apple mit iPhone und iPad sowie Googles Betriebssystem Android hinterher. Deshalb hängt so viel von Windows 8 ab.

Alles neu - auch um Windows herum

Das Markenzeichen des Betriebssystems sind die großen bunten Kacheln zum Starten von Programmen - ideal zum Antippen auf berührungsempfindlichen Bildschirmen, aber möglicherweise irritierend für Windows-Nutzer auf klassischen Notebooks und Desktops. Parallel zum Start des neuen Betriebssystems kommen abgestimmte neue Versionen der Office-Büroprogramme, von Server-Software und des Browsers Internet Explorer heraus.

Dabei wird auch das Unterhaltungsangebot aufgefrischt. Die Idee dabei ist, dass Filme oder Musik nahtlos auf verschiedenen Geräten wie Smartphones, Tablets oder mithilfe der Spielekonsole Xbox auch auf dem Fernseher genutzt werden können. Die App Smartglass soll zum Beispiel dafür sorgen, dass über die Xbox Inhalte direkt von einem Tablet auf der Wohnzimmer-Anlage wiedergegeben werden. Microsofts Rivalen bieten bereits ähnliche Funktionen an, Apple über die Settop-Box Apple TV und Samsung über seine vernetzten Fernseher.

Anlaufschwierigkeiten

Im Vorfeld des Starts hatte Microsoft bereits mit Hürden für diesen Paradigmenwechsel zu kämpfen: Zum einen stufte ein Teil der Fachwelt den Kachel-Zwang des neuen Betriebssystems als problematisch ein, zum anderen orteten Entwickler im teilweise dahinterliegenden Geschäftsmodell von Windows 8 eine Katastrophe.

Als ob das nicht schon ausreichen würde, wurde Microsoft in einen Markenkonflikt verwickelt, der darin mündete, dass der Redmonder Softwarekonzern die eingängige Bezeichnung "Metro" für das Kachel-Design als zentralen Bestandteil des Betriebssystems fallenlassen musste. Die Kreativleistung bei der Namensfindung schien dadurch zur Gänze erschöpft, darauf lassen zumindest die sperrigen Folgebezeichnungen "Windows 8 Style UI" und "New User Interface" schließen.

Hoffnung für schwächelnden PC-Markt

Dabei hofft die schwächelnde PC-Branche auf eine starke Wiederbelebung durch das neue Betriebssystem: Die PC-Verkäufe sanken den Marktforschern zufolge in allen Teilen der Welt. Besonders stark fiel der Rückgang in den USA aus mit einem Minus von 13,8 Prozent laut Gartner und 12,4 Prozent nach Einschätzung von IDC.

Das Geschäft mit Notebooks und Desktop-Computern befindet sich bereits länger in einem Tiefflug, weil vor allem bei Verbrauchern eher Smartphones und Tablets heiß begehrt sind. Die Unternehmen zögern zudem angesichts der wirtschaftlichen Turbulenzen mit der Erneuerung ihrer Geräte. Genau hier könnte Windows 8 also ansetzen.

Christian Lamprechter, Intel-Geschäftsführer Deutschland, bestätigt diese Rolle: "Angesichts der Einführung von Windows 8 hoffen wir auf das dritte und vierte Quartal. Der Start des neuen Microsoft-Betriebssystems habe für Intel eine hohe Relevanz, zumal Windows 8 nicht nur für PCs, sondern auch für mobile Geräte ausgerollt werde."

Vier Versionen, ab 30 Euro erhältlich

Windows 8 erscheint in vier Versionen: Während die RT-Version für ARM-Tablets und Windows 8 Enterprise nicht im Handel erhältlich sind, sind für den Endverbraucher lediglich zwei Varianten von Interesse. Windows 8 Pro enthält den kompletten Funktionsumfang und ist in der Box mit der Vollversion auf Datenträger für ca. 130 Euro im Handel erhältlich. Beim "normalen" Windows 8 wurden ein paar Features wie beispielsweise die Datenträgerverschlüsselung oder der Remote Desktop gekürzt, dafür kostet sie in der Vollversion nur rund 85 Euro.

Besonders günstig steigen all jene aus, die ihr bestehendes Windows upgraden. In diesem Fall kostet die Pro-Version lediglich knapp 60 Euro. Wenn man sie im Microsoft Online Store downloadet, am Anfang sogar nur 30 Euro.

Kommentare

Bruwslee

Ich habe Win 8 daheim installiert und bin auch sehr enttäuscht... Die "Metro" Oberfläche und die Bedienung ist zwar ganz nett, aber was mich fürchterlich stört die die Trennung zwischen normalem Desktop und Metrooberfläche... wenn ich einen Browser aus Metro heraus starte und einen Browser vom Desktop her, dann sind das zwei eigenständige Instanzen, per alt+Tab bzw. win+tab nicht sichtbar sind...

Ganz ehrlich - am Desptop würde ich das meiner Mutter nicht installieren! Endlich ist mit Windows 7 etwas stabiles und einfaches da (seit XP) dann setzt man uns das Kachel 8 vor. Ich habe es getestet, es hat seine guten Seiten, aber es ist nichts für die Mutter, Onkel, Tante, Oma, Schwester.... leider. Gespannt bin ich auf Surface, das kann vielleicht cool sein.

naja, nach Vista die nächste Version die man getrost überspringen kann.

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