Wilde Schlägerei im Flüchtlingslager: Rund 15 Verletzte nach Wirbel in Traiskirchen

Eisenbetten zerlegt, Stangen als Waffen eingesetzt Derzeit 1.100 Asylwerber in der Betreuungsstelle

Im Flüchtlingslager Traiskirchen haben sich in den vergangenen Tagen drei Massenschlägereien zugetragen. Laut ORF sind 15 Menschen verletzt worden. Der Leiter der Bundesbetreuungsstelle, Franz Schabhüttl, erklärte, dass mittlerweile wieder Ruhe eingekehrt ist - die Situation sei allerdings auf Grund der Belegung mit derzeit 1.100 Asylwerbern angespannt.

Dem Bericht zufolge führte eine kleine Streiterei vor dem Speisesaal zu einer Massenschlägerei zwischen Kosovaren und Tschetschenen. Nach Auskunft der Leitung dürften die Kosovaren mehrere jugendliche Tschetschenen geschubst und verprügelt haben. Die Eltern mischten sich ein - innerhalb kurzer Zeit sollen Dutzende Asylwerber in die Auseinandersetzung verwickelt gewesen sein. Neun Menschen wurden verletzt.

Am Tag darauf kam es vermutlich in Revanche erneut zu einer Schlägerei zwischen den beiden Gruppen, bei der drei Personen verletzt wurden. Der Konflikt drohte zu eskalieren, laut ORF wurden Eisenbetten zerlegt, um die Stangen als Waffen einsetzen zu können, sowie Stühle zertrümmert, um an die Holzbeine zu kommen. Im Stiegenhaus trafen etwa 100 Tschetschenen und Kosovaren aufeinander. Acht Polizeibeamten gelang es, die bevorstehende Massenschlägerei im letzten Moment abzuwenden.

Bereits in der Vorwoche waren Mongolen und Palästinenser aneinander geraten: Mehrere betrunkene Mongolen dürften sich im Zimmer geirrt und einen Stuhl entwendet haben. Der folgende tätliche Streit forderte drei Verletzte.

Die mutmaßlichen Unruhestifter seien großteils in Haft, mehrere Asylwerber seien in andere Bundesbetreuungseinrichtungen verlegt worden. Schabhüttl sieht vor allem Spannungen zwischen Tschetschenen und Kosovo-Albanern als Ursache.

Die Tschetschenen seien mit etwa 450 Asylwerbern die größte Bevölkerungsgruppe im Lager und hätten eine Art Vormachtstellung. Die Kosovaren seien die zweitgrößte Gruppe und würden sich stark genug fühlen, um die Tschetschenen herauszufordern.

(apa/red)