Wiener Klubs zum Bundesliga-Auftakt erfolgreich: 2:0-Siege für Austria & Rapid

Veilchen bleiben Leader, guter Einstand für Zellhofer Grazer Derby Sturm-GAK endet mit torlosem Remis

Winterkönig Austria Wien hat in der 23. und gleichzeitig ersten Frühjahrs-Runde der Fußball-Bundesliga den Titelkampf mit einem 2:0-Auswärtssieg gegen Wacker Tirol eröffnet. Titelverteidiger Rapid bezwang Mattersburg im Happel-Stadion 2:0 und weist als Dritter sechs Punkte Rückstand auf den violetten Erzrivalen auf. Das Grazer Derby zwischen Sturm und GAK endete 0:0.

Der Leader blieb dank der Treffer von Tokic und Sebo auch im siebenten Spiel in Folge unbesiegt sowie ohne Gegentor und feierte den fünften vollen Erfolg in Serie.

Gegen die Innsbrucker hat der amtierende Cupsieger seit deren Wiederaufstieg in sieben Partien noch nicht verloren. Die Torsperre von Austria-Goalie Didulica hält bereits 651 Minuten. Den bisher letzten Gegentreffer mussten die Wiener am 22. Oktober im Derby (0:2) durch Rapid-Stürmer Marek Kincl hinnehmen.

Zunächst brachte Tokic (14.) die Violetten nach einem Freistoß von Ceh per Kopf in Führung. 20 Minuten nach der slowenisch-kroatischen Co-Produktion erhöhte Sebo (34.) nach einer sehenswerten Kombination von Troyansky und Dos Santos mit einem Traumtor auf 2:0. Von Dos Santos ideal in den Strafraum geschickt traf der slowakische Stürmer von halbrechts ins linke Kreuzeck. Wacker-Goalie Pavlovic war chancenlos.

In der zweiten Spielhälfte bestimmte die Austria weiter das Spielgeschehen, kam durch Dos Santos (57.,60.) und Sebo (67.) noch zu guten Gelegenheiten, die aber allesamt ungenützt blieben. Tirol verzeichnete in der Person von Hölzl (68.) nur die Andeutung einer Torchance.

Gelungener Auftakt für Zellhofer bei Rapid
Sieg für Georg Zellhofer bei seinem Meisterschafts-Debüt auf der Rapid-Bank. Der Titelverteidiger, in seinem ersten Bundesligaspiel ohne die abgewanderten Steffen Hofmann und Andreas Ivanschitz, brillierte zwar keineswegs, vermochte aber den ersten Erfolg in der laufenden Meisterschaft gegen Kühbauer und Co. nach einem 1:2 (h) und 0:0 (a) zu holen. Akagündüz köpfelte in der 54. Minute nach einer Maßflanke von Dollinger mit seinem sechsten Saisontreffer das 1:0, dem Neuerwerbung Bazina (Schützenleader mit nunmehr elf Treffern) in der 92. mit einem Weitschuss das 2:0 folgen ließ.

Als der gelb-vorbelastete Kroate anschließend beim Jubeln sein grün-weißes Leiberl über den Kopf zog, fand sich Schiedsrichter Plautz bemüssigt, die gelb-rote Karte zu zücken, was ihm ein gellenes Pfeifkonzert der Rapid-Fans eintrug. Damit wird Österreichs Fußballer des Jahres 2005 ausgerechnet in der nächsten Runde gegen den GAK, seinen Ex-Klub, fehlen. Die Leistung des bemühten Bazina war zwar noch nicht überragend, aber doch zufrieden stellend, wobei er mit einem Kopfball knapp vor der Pause Pech hatte.

Akagündüz hätte noch öfter treffen können, wenn nicht gar müssen. So fand der kleine Rapid-Stürmer gute Chancen in der 3., 35., 52. , 55., 66., 77. Minute vor, konnte diese aber nicht nützen, wobei er auch das eine oder andere Mal an dem starken Torhüter Borenitsch scheiterte. Immerhin war er aber auch an der vorentscheidenden Szene beteiligt, als er nach einem weiten Ausschuss von Payer von Mattersburgs letzten Feldspieler Mravac etwas unfair am Torschuss gehindert wurde, was Plautz als Notbremse und daher mit Rot (43.) bestrafte. In der 13. Minute hatte der Internationale schon ins Netz getroffen, doch Passgeber Katzer war vorher im Abseits gewesen.

Die Burgenländer hinterließen vor der Pause den besseren Eindruck und fanden auch einige gute Möglichkeiten vor. So durch Patocka (3., 23./nach einem Fuchs-Freistoß) und Kühbauer (11.), standen aber nach Seitenwechsel auf verlorenem Posten, wobei sie ein einziges Mal (Fuchs verfehlte den Ball haarscharf/62.) gefährlich wurden. Nach Seitenwechsel gab Rapid klar den Ton an und die Burgenländer hatten es nur Borenitsch zu verdanken, dass sie relativ glimpflich davonkamen. Die fünfte Niederlage in Serie war aber dennoch perfekt.

Sturm neun Runden ohne Sieg
Mit einem torlosen, aber nicht langweiligen Unentschieden zwischen Sturm Graz und Liebherr GAK wurde die neu benannte UPC-Arena in Graz eingeweiht. Vor den Augen von Teamchef Josef Hickersberger gab es im 125. Grazer Derby auf beiden Seiten einige Torchancen, allein der Ball wollte nicht ins Tor. Sturm ist nun seit bereits seit neun Runden ohne Sieg, der GAK holte in den vergangenen sechs Spielen 13 von 18 möglichen Punkten.

Obwohl das Spiel torlos blieb, war den 8.340 Zuschauern trotzdem nicht zum Gähnen. Ersten Toralarm gab es in der 11. Minute: Sturms Ledwon brach bis zum Elfer durch, GAK-Verteidiger Sonnleitner spitzelte den Ball zwar weg, bediente dabei aber Mujiri, der Torhüter Schranz zum ersten, aber nicht einzigen Mal prüfte.

Der Georgier hatte drei Minuten später Pech, sein 27- Meter-Weitschuss ging nur an die Latte. Doch auch die "Rotjacken" hatten ihre Chancen, Sturm-Goalie Szamotulski bändigte einen Majstorovic-Schuss (16.), Ehmann köpfelte nach einem Corner übers Tor (20.). Die letzte Chance vor der Pause hatte jedoch Sturm, Regisseur Filipovic traf aus spitzem Winkel aus sieben Metern nur die Außenstange (40.).

Ohne Umstellungen kamen die Teams aus der Pause, auch das Spiel blieb auf dem hohen Niveau der ersten 45 Minuten. GAK-Stürmer Roland Kollmann hatte zweimal die Führung vor Augen, ein Kopfball nach Standfest-Flanke ging über Tormann und Tor (53.), bei einem Freistoß von der Strafraumgrenze traf er nur Metall. Die wohl beste Torchance des Spieles vergab jedoch wieder einmal Sturm-Angreifer Mujiri, der von links allein vor Schranz auftauchte, den Ball aber an den rechten Pfosten setzte.

In hektischen zehn Schlussminuten musste GAK-Innenverteidiger Sonnleitner nach Foul an Rabihou vorzeitig unter die Dusche, der eingewechselte Skoro vergab in der 89. Minute die letzte Möglichkeit für den dezimierten Vorjahres-Meister.

(apa/red)