Wien-Mitte von

"Jetzt wird's was"

70-stöckiger Rohbau für Büros und Einkaufszentrum über Bahnhof Wien-Mitte steht

Wien-Mitte - "Jetzt wird's was" © Bild: APA

Bei dem Groß-Bauprojekt handelt es sich um eine Überbauung des Bahnhofs Wien-Mitte mit einem U-förmigem Gebäudekomplex. Die angrenzende Markthalle wird modernisiert und im 70-stöckigen Hochhaus wird es Büros sowie ein riesiges Shopping Center geben.

Das in der Vergangenheit durchaus umstrittene Bauprojekt Wien-Mitte nimmt Gestalt an: Nach vierjähriger Bauzeit wurde nun der Rohbau fertiggestellt. Die meiste Zeit hätten die Arbeiten am Fundament in Anspruch genommen, berichtete Thomas Jakoubek, Geschäftsführer der Bauträger Austria Immobilien (BAI), in einer Pressekonferenz anlässlich der Gleichenfeier. Dabei sei es auch zu Verzögerungen gekommen und das Bauende habe sich um ein "halbes bis dreiviertel Jahr" verschoben. Die Fertigstellung ist nun für Herbst 2012 geplant: "Wir sind knapp im Zeitplan", so der Geschäftsführer.

Überbauung des Bahnhofs Wien-Mitte
Das Besondere an dem Projekt: Es handelt sich um die Überbauung des Bahnhofs Wien-Mitte im Bezirk Landstraße, in dem zwei U-Bahn-sowie fünf Schnellbahnlinien sowie der City Airport Train (CAT) halten. Der rund 16.800 Quadratmeter große Bauplatz liegt zwischen der Landstraßer Hauptstraße, der Gigerstraße und der Marxergasse und grenzt an die in der Invalidenstraße gelegene alte Markthalle. Auch diese wird in den Neubau integriert und adaptiert. Die Markthalle werde "ähnlich wie vorher, nur moderner und besser" aussehen, beschrieb Jakoubek. In der Halle soll wieder ein Markt Platz finden.

Jahrelanges Hin und Her
Der Baustart des Großprojekts erfolgte im Jahr 2007 - ein Moment der Erleichterung für den Bezirkschef der Landstraße, Erich Hohenberger (S): "Es ist mir ein Stein vom Herzen gefallen im Oktober 2007", erinnerte er sich. Da habe er nämlich gewusst: "Jetzt wird's was." Denn dem Vorhaben ging ein jahrelanges Hin und Her voraus. Ein Vorgängerprojekt mit bis zu 97 Meter hohen Bürotürmen war 2003 gescheitert. Gegen dieses machte nämlich sowohl eine Bürgerinitiative als auch die UNESCO mobil, die die hohen Türme für unvereinbar mit dem Weltkulturerbe-Status der City gehalten hatte.

Hochhaus mit Büroflächen und Shopping Center
Das Vorhaben, das nun realisiert wird, ist ein U-förmigem Gebäudekomplex mit einem 70-Meter-Hochhaus mit 17 Stockwerken. Auf einer Bruttogeschoßfläche von 150.000 Quadratmetern sollen Büros, Geschäfte und Gastronomie beherbergt werden. Herzstück ist ein rund 30.000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum, in dem 60 Shops und gastronomische Einrichtungen Platz finden sollen. Zudem wird es Parkdecks mit 500 Stellplätzen geben. Laut Jakoubek sind im Shopping-Center bereits "ein bisschen mehr als 80 Prozent" und bei den Büroflächen "ein bisschen weniger als 80 Prozent" vermietet.

Zentrale Lage erschwerte Bauarbeiten
Die Bauarbeiten sind bisher sehr komplex gewesen, wurde in der Pressekonferenz hingewiesen. "Wir befinden uns mitten in der Stadt. Das war unser größtes Problem", umriss Maximilian Höller, Geschäftsführer von Östu-Stettin Hoch- und Tiefbau GmbH, die Herausforderung. Die Arbeiten am Rohbau erfolgten bei laufendem U-und Schnellbahnbetrieb. Täglich würden rund 100.000 Menschen die Verkehrsstation, die sich unter der Baustelle befindet, frequentieren. Da sei ein detaillierter Bauablauf notwendig gewesen.

Fassade und Innenausbau folgen
Nach der Fertigstellung des Rohbaus stehen als nächstes die Arbeiten an der Fassade sowie der Innenausbau auf dem Programm. Errichtet wird der Bau von der "Wien Mitte Immobilien GmbH", die jeweils zur Hälfte im Eigentum der BAI und der Bank Austria steht, Die Bank Austria finanziere das Vorhaben, wie deren Vorstand Dieter Hengl erklärte. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei rund 480 Millionen Euro.

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