Wieder starke Schneefälle in Österreich: Verkehrschaos und erhöhte Lawinengefahr!

<b>Wien:</b> Südost-Tangente vorübergehend gesperrt<br><b>Oberösterreich:</b> Zahlreiche Unfälle und lange Staus <b>Tirol & Salzburg:</b> Lawinengefahr und Kettenpflicht<br><b>BILDER:</b> So hat der Winter Österreich im Griff!<br><b>PLUS:</b> Gleich nachschauen - so wird das Wetter!

Dichter Schneefall sorgte am Dienstag in weiten Teilen Österreichs wieder für stark winterliche Bedingungen - samt den dazugehörenden Problemen. Die Situation auf den Straßen wurde allerdings durch das verminderte Verkehrsaufkommen dank der Semesterferien in Wien und Niederösterreich entschärft. Das Risiko für Lawinen in den gefährdeten Regionen stieg.

In Wien sorgte der Schneefall am Dienstag für Straßenglätte, zähen Verkehr und Staus unter anderem auf der Südost-Tangente (A23). Nach Angaben der ÖAMTC-Informationszentrale blieben auf den Steigungsstücken vor dem Laaerberg Tunnel immer wieder Lastwagen auf den schneeglatten Fahrbahnen hängen, Staus waren die Folge. Für die Schneeräumung wurde die A23 Richtung Norden vor dem Laaerberg Tunnel vorübergehend gesperrt.

Trotz "Aufpassen" der NÖ-Lenker mehrere Unfälle
Trotz kulanter und größtenteils umsichtiger Fahrweise haben sich auch in Niederösterreich mehrere Verkehrsunfälle zugetragen. Wie der ÖAMTC berichtete, verliefen diese jedoch glimpflich, Meldungen über Verletzte lagen am Dienstagnachmittag nicht vor. Die meisten Auffahrunfälle waren auf der Südautobahn (A2) in Richtung Wien ab Wiener Neudorf und Guntramsdorf sowie der Außenringautobahn (A21) zu verzeichnen.

"Diese ereigneten sich meistens im Stau und bei niedriger Geschwindigkeit, so dass niemand ernsthaften Schaden davontrug", so der ÖAMTC. Probleme bei der Fortbewegung auf den verschneiten Straßen hatte vor allem der Schwerverkehr, mehrere Lkw blieben immer wieder hängen. Indes bestand Kettenpflicht für alle Fahrzeuge auf der Zellerain (B71).

Für die Nachmittagsstunden prognostizierte der ÖAMTC allerdings eine klare Besserung der Straßenverhältnisse. "Der Schnee ist nun in Regen übergangen, und das Streusalz kann seine Wirkung entfalten." Insofern kein Temperaturumschwung eintrete, sollten die Lenker ihren Heimweg sicher antreten können.

Verkehr in OÖ kam zum Erliegen
In Oberösterreich sorgte der Winter hingegen für ein Chaos im Frühverkehr. Die Räumfahrzeuge waren zwar ununterbrochen im Einsatz, ihre Arbeit wurde aber durch die anhaltenden Schneefälle immer wieder zunichte gemacht. Auf manchen Bergstraßen herrschte Kettenpflicht, die Lawinengefahr erreichte Warnstufe drei.

In ganz Oberösterreich mussten sich die Autofahrer in Geduld üben. Schneefahrbahnen sorgten allerorts für Staus. So mancher Lenker verließ wegen des rutschigen Untergrunds unfreiwillig die Fahrbahn, meist blieb es aber bei kleineren Blechschäden.

Salzburg: Lawinenwarnstufe 3 noch nicht das Ende
Auf zahlreichen Straßen in Salzburg gab es am Dienstag wegen des Schnees Behinderungen, so unter anderem auf der Westautobahn A1 zwischen Salzburg und Mondsee. Auf der Tauernautobahn A10 war gegen 6.00 Uhr zwischen Golling und Werfen ein Kleintransporter auf der schneeglatten Fahrbahn ins Schleudern geraten und gegen die Leitwand geprallt. Der Lenker wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und schwer verletzt. Die Lawinenwarnstufe betrug am Dienstagvormittag im Land Salzburg Stufe 3 ("erheblich") auf der fünfteiligen Skala, mit einem Anstieg auf Stufe 4 war aber auf Grund der anhaltenden Schneefälle noch im Lauf des Tages zu rechnen.

In Tirol haben die Experten des Lawinenwarndienstes einen Anstieg der Gefahr von Schneebrettern durch die anhaltende Witterung erwartet. Am Dienstag gab es Kettenpflicht für höher gelegene Verkehrswege. Vor allem im Unterland wurde mit größeren Neuschneemengen gerechnet. Verkehrsbehinderungen wurden unter anderem von der Lofererbundesstraße gemeldet. Dort blieben schlecht ausgerüstete Fahrzeuge immer wieder hängen. Die Autobahnen waren auf den Überholspuren zum Teil schneebedeckt.

Vorarlberg von großen Schneemassen verschont
In Vorarlberg sind die Schneefälle in der Nacht auf Dienstag weit weniger stark ausgefallen als erwartet. In den Bergen fielen nach Angaben des Wetterdienstes in Bregenz nur etwa fünf Zentimeter. Meldungen über Verkehrsunfälle blieben laut Sicherheitsdirektion am Vormittag vorerst aus. Über den Arlberg- und den Flexenpass bestand Kettenpflicht für Lkw. Die Lawinengefahr war gering bis mäßig (Stufe 1 bzw. 2). Für den Nachmittag waren weitere Schneefälle vorausgesagt.

Milde Luft über dem Atlantik wanderte bis an die Alpennordseite. Besonders massiv waren die Schneefälle im Raum Lofer und in der Dachstein-Region. Dort soll es noch bis Mittwoch weiterschneien. "Bis jetzt sind 22 Zentimeter Schnee gefallen, vier Zentimeter pro Stunde. Und das ist erst der Anfang", so Chefmeteorologe Manfred Spatzierer zur APA.

Große Temperaturunterschiede gab es hingegen in Wien. Während im äußersten Westen, in Hütteldorf, am Dienstag um 11.00 Uhr bereits plus 1,6 Grad gemessen wurden, betrug der Wert in der Lobau zur selben Zeit noch minus 4,3 Grad. "Am Nachmittag wird sich die warme Luft durchsetzen. Da der Boden aber noch sehr kalt ist, muss stellenweise mit Glatteis gerechnet werden", prognostizierte Spatzierer.

Am Mittwoch sei dann im östlichen Flachland der "Schneespuk" vorbei, das Thermometer kann bis auf plus fünf Grad klettern. Allerdings soll es am Donnerstag schon wieder kälter werden. Ein Tief aus dem Nordwesten könnte außerdem abermals Neuschnee bringen.

(apa)