Wieder schwerer Chemieunfall in China: 2.000 Tonnen vergiftetes Abwasser in Fluss

Verarbeitungstanks der Fabrik waren eingestürzt Verantwortliche der Firma verschwiegen Zwischenfall

Nach einem neuen Chemieunfall in China ist ein Fluss mit giftigen Abwässern im Norden des Landes stark verschmutzt worden. Drei von vier Sinkbecken eines Chemieunternehmens in Mizhi (Provinz Shaanxi) seien eingestürzt, wodurch 2.000 Tonnen giftige Abwässer in den Fluss Wuding gelangt seien, berichteten am Montag chinesische Medien. Die Schadstoffkonzentrationen im Flusswasser seien so hoch, dass sie für Menschen gefährlich sein könnten.

Die zuständige Umweltbehörde in der nahe gelegenen Stadt Yulin sah die Trinkwasserversorgung in der 240 000 Einwohner zählenden Kreisstadt Mizhi nicht gefährdet. "Die Wasserqualität ist gegenwärtig normal", sagte ein Sprecher. Das Leck habe abgedichtet werden können, so dass kein giftiges Wasser mehr in den Fluss nachfließe, der in den Gelben Fluss mündet. Die Behörde hat ein Untersuchungsteam zum Unglücksort entsandt. Nach ersten Schätzungen war unter anderem eine Tonne Sulfid in den chemikalischen Abwässern.

Der Unfall passierte vor einer Woche in der Nacht zum 5. Februar, aber erst am Montag wurde darüber berichtet. In den vergangenen drei Monaten sind nach der zunächst vertuschten Umweltkatastrophe im Songhua Fluss in Nordostchina mehrere große Fälle von Wasserverschmutzung durch Chemieunfälle und Lecks bekannt geworden. Dadurch war die Trinkwasserversorgung für Millionen von Menschen bedroht.
(apa)