"Wie vorher wird sie nicht mehr": Experten begutachteten die Schäden an der "Saliera"

Ausmaß nach erster Überprüfung "nicht abschätzbar" Restauratorin: "Äußerlich kriegen wir sie wieder hin"

"Wie vorher wird sie nicht mehr": Experten begutachteten die Schäden an der "Saliera"

Die ersten Begutachtungen der "Saliera" durch die Restauratoren aus der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums (KHM) ergaben ein noch unklares Bild über das Ausmaß der Schäden. Heute wurde das prominente Salzgefäß, das sich derzeit in der Restaurierungswerkstätte im KHM befindet, von Experten untersucht. Für den Laien erkennbar sind lediglich einige Schürfspuren an der Schulter der weiblichen Figur, jedoch sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. KHM-Restauratorin Helene Hanzer gegenüber der APA: "Wir werden sie oberflächlich wieder hinkriegen. Aber so wie vorher wird sie nicht mehr".

So sei es durch mechanische Einwirkung beim Diebstahl sowie durch streifende Glasscherben der zerbrochenen Vitrine zu den Kratzspuren gekommen. Jene Email-Splitter, die der Dieb der Polizei hatte zukommen lassen, stammen von der dunkelblauen Emailschicht, die sich unterhalb der Figuren befindet. Extreme Bedingungen wie starke Temperaturschwankungen und Luftfeuchtigkeit wirken sich ungünstig auf Email aus und verursachen Mikrorisse, wie Restauratorin Hanzer erläuterte. Derartige Haarrisse werden zwar befürchtet, sind aber durch den derzeitigen Untersuchungsstand noch nicht belegt.

Allerdings habe der Täter die "Saliera" "sorgfältig verpackt", so Hanzer. Er habe wohl gewusst, "was er da geklaut hat". Dies meinte auch Sabine Haag, stellvertretende Direktorin der Kunstkammer: "Das kann keine 'besoffene Geschichte' gewesen sein", so Haag. Haag packte die Aluminiumkiste, in der die "Saliera" aufbewahrt war, aus: "Das Objekt war in zwei Leintücher gehüllt, in denen man auch Emailpartikel gefunden hat. Die Tücher waren sorgfältig um die 'Saliera' drapiert". Um die beiden Tücher befanden sich weiters zwei schwarze Müllsäcke. Haag: "Die Kiste war außerdem mit Silikon versiegelt."

In welchem Umfang weitere Untersuchungen angestellt würden und in welchem Ausmaß notwendige Restaurierungsarbeiten vorgenommen würden, will man noch in größerer Expertenrunde besprechen, so Haag. In jedem Fall werde man "danach trachten, das Objekt so wenig wie möglich zu transportieren". Angaben zum finanziellen Wertverlust des Kunstwerkes könne man noch keine machen.

Die "Saliera" wird am Sonntag (29. Jänner) erstmals wieder im Rahmen eines Sponsoring-Dinners zu Gunsten der Sanierung der Kunstkammer öffentlich präsentiert. Ab Dienstag, 31. Jänner ist das Cellini-Kunstwerk dann im Saal XIX der Kunstkammer für alle Interessierten zu besichtigen. Wie lange es dort bleiben wird, ist noch nicht absehbar. (apa/red)