Wetter beeinflusst Wahlentscheidungen: Scheint bei Stichtag Sonne, siegt Regierung!

Bei Regen kommt es eher einen Regierungswechsel

Überaus interessante Ergebnisse hat eine kürzlich veröffentlichte Studie deutscher Meteorologen geliefert: Demnach scheint die Wetterlage ein bis zwei Wochen vor einer Wahl die Entscheidung der Wähler wesentlich zu beeinflussen. Dabei gilt: Scheint die Sonne und ist es warm, wird die Regierung im Amt bestätigt - regnet es hingegen, gibt's einen Wechsel an der politischen Spitze.

Die erstaunliche Entdeckung gelang den deutschen Forschern Daniela Hülle und Karsten Brandt im Zuge der Bundestagswahl 2006. Ganz entscheidend ist: Nicht das Wetter am Wahltag entscheidet die Wahl, sondern die Wetterlage im Zeitraum von ein bis zwei Wochen vor der Abstimmung kann die Stimmungslage der Wähler beeinflussen.

Bei sommerlichen Temperaturen würden die Menschen regelrecht aufblühen, sich also insgesamt wohler fühlen. Deshalb wachse auch die allgemeine Zufriedenheit: "Wenn die Sonne lacht und ins Freie lockt, sieht die Welt und damit auch die politische Situation offensichtlich nicht ganz so grau aus. Wenn das Wetter dagegen aufs Gemüt schlägt, steigt die Unzufriedenheit und damit auch der Wunsch nach Veränderung", fasste Brandt die Ergebnisse der Studie zusammen.

Die Meteorologen analysierten verschiedenste Wahlen und fanden einen bemerkenswerten Zusammenhang: War das Wetter im Zeitraum vor der Wahl schön, wurde die Regierung im Amt bestätigt. Wurde das Wetter dagegen als schlecht empfunden, kam es meistens zum Regierungswechsel.

So habe sich Deutschland zum Beispiel durch einen sehr kühlen, nassen September geplagt, bevor am 27. September 1998 die CDU/CSU-Regierung um Kanzler Helmut Kohl durch Gerhard Schröders SPD abgelöst wurde. Im September 2002 herrschte dagegen vor der Wahl in weiten Teilen Deutschlands wunderbares Sommerwetter. Trotz Wechselstimmung wurde Edmund Stoiber nicht Kanzler, die rot-grüne Regierung noch einmal im Amt bestätigt. Und 2006 gab das schöne Sommerwetter vor der Wahl der SPD noch einmal neuen Auftrieb - genützt hat dies freilich am Ende nichts. (apa/red)