Wettbremsen in Garmisch: Training für die Abfahrt verkommt immer mehr zur Farce

Maier gegen Modus: "Gehört dringendst abgeschafft" Schweizer Kernen bei Generalprobe der Schnellste

Wie an jedem Ort des Abfahrts-Weltcups wurde auch in Garmisch-Partenkirchen das Abschlusstraining zur Farce und zum allgemeinen Wettbremsen. Die Spitzenläufer legten im Zielhang teilweise mehrere Bremsschwünge ein, um eine Trainingsplatzierung knapp unter 30 und damit fürs Rennen eine niedrige Startnummer zu ergattern. "Diese Regel gehört dringendst, dringendst abgeschafft", meinte Hermann Maier (Platz sieben). Am Samstag (11:15) findet die Abfahrt statt und am Sonntag (11) der Super G. Auf networld.at sind Sie bei allen Rennen wieder LIVE dabei!

Der "Schnellste" bei der Generalprobe für die Abfahrt war der Schweizer Bruno Kernen in 1:58,93 Minuten, dahinter folgten der Italiener Peter Fill (+0,15) sowie die Österreicher Andreas Buder (0,52) und Benjamin Raich (0,66).

Dass die Top-30 des Abschluss- bzw. so genannten Qualifikations-Trainings im Rennen in gestürzter Reihenfolge starten, stößt auch dem "Herminator" mittlerweile übel auf: "Das macht keinen Spaß. Am Start überlegt man sich schon: 'Wo bremse ich am besten?' Denn vor allem in diesem Winter sind die Nummern sehr oft sehr entscheidend. In Wengen hat man das zum Beispiel sehr stark gesehen. Das ist schade. Und für die TV-Zuschauer ist es sowieso lächerlich."

Und auch Gesamt-Weltcup-Leader Benni Raich, der als zweitbester Österreicher Vierter war, merkte zum Thema Wettbremsen kritisch an: "So etwas sollte man eigentlich nicht machen müssen." Michael Walchhofer, der als Abfahrts-Weltcup-Leader angereist ist, nimmt es mit Humor. "Ich hab das Nummernpokern schon relativ gut im Griff. Es wäre fast schade, wenn sie es abschaffen. Aber nur fast", lächelte der Salzburger, der als 19. eine gute Nummer erwischte.

Hohe Kunst des Wettbremsens
Klassisch verbremst schien sich zunächst Klaus Kröll zu haben. "Ich kann dieses Wettbremsen nicht und werde es auch nicht mehr lernen", meinte zunächst der Steirer, der jedoch mit Trainingsplatz 27 im Endeffekt fast eine Punktlandung hinlegte. So wie sein ÖSV-Kollege Andreas Schifferer, der 29. wurde.

Andreas Buder beteiligte sich am Nummernpoker nicht und wurde als Dritter bester Österreicher. "Nach dem schwachen Training am Donnerstag wollte ich heute probieren, was hier wirklich für mich drinnen ist. Sonst hätte ich mir für Samstag den letzten Nerv gezogen", erklärte der Niederösterreicher, der am Donnerstag nur 35. gewesen war.

Ergebnis - 2. Training in Garmisch:
1. Bruno Kernen SUI 1:58,93 Minuten
2. Peter Fill ITA +0,15
3. Andreas Buder AUT 0,52
4. Benjamin Raich AUT 0,66
5. Daron Rahlves USA 0,78
6. Johannes Stehle GER 0,88
7. Hermann Maier AUT 0,94
8. Kurt Sulzenbacher ITA 1,03
9. Manuel Osborne-Paradis CAN 1,09
10. Kristian Ghedina ITA 1,12
11. Christoph Gruber AUT 1,15
. Kjetil Andre Aamodt NOR 1,15
weiter:
19. Michael Walchhofer AUT 1,39
. Fritz Strobl AUT 1,39
27. Klaus Kröll AUT 1,94
29. Andreas Schifferer AUT 2,09
33. Hannes Reichelt AUT 2,27
56. Matthias Lanzinger AUT 4,42

Nicht am Start: Erik Guay (CAN), Bjarne Solbakken (NOR)

Ergebnis - 1. Training in Garmisch:
1. Kristian Ghedina ITA 1:58,92 Min.
2. Daron Rahlves USA 0,44 Sek.
3. Fritz Strobl AUT 0,84
4. Marco Büchel LIE 0,92
5. Hermann Maier AUT 1,11
6. Andreas Schifferer AUT 1,40
7. Klaus Kröll AUT 1,53
8. Michael Walchhofer AUT 1,60
9. Christoph Gruber AUT 1,73
10. Patrik Järbyn SWE 1,75
28. Benjamin Raich AUT 3,50
35. Andreas Buder AUT 3,86
37. Matthias Lanzinger AUT 3,97
48. Hannes Reichelt AUT 5,17

(apa/red)