Werner Faymann von

Kanzler über FPÖ und Stronach

Arnold und Sohn Patrick Schwarzenegger als Überraschungsgäste beim Interview

Werner Faymann - Kanzler über FPÖ und Stronach © Bild: NEWS/Ricardo Herrgott

Montagnachmittag im Kanzleramt. Werner Faymann ist gerade in der Endphase des NEWS-Interviews und teilt kräftig in Richtung FPÖ aus, als sich Arnold Schwarzenegger meldet. Der ist gerade mit seinem Sohn Patrick auf Europareise und möchte kurzfristig Kanzler Faymann besuchen. Kurz darauf – Faymann stellte gerade das Polit-Projekt des anderen österreichischen Übersee-Exports Frank Stronach infrage – betritt „Arnie“ auch schon das Kanzlerbüro. Ganz Politiker, begrüßt Schwarzenegger mit beeindruckend festem Handschlag auch die NEWS-Reporter und bejaht auch gleich die Frage nach gemeinsamen Fotos: „Na kloa moch ma Foto.“

NEWS: Herr Faymann, die europäischen Regierungschefs haben bei ihrem Gipfel in Brüssel die Konditionen für den Eurorettungsschirm gelockert. Außerdem sollen auch Banken direkt Geld aus dem ESM bekommen. Es ist ein weiterer Schritt der Eurozone in eine europäische Schuldenunion. Herr Kanzler, sind die Länder, die sparen, die Dummen?
Werner Faymann: Länder wie Deutschland oder Österreich sind zuerst einmal auf der Gewinnerseite, weil sie derzeit nur eineinhalb bis zweieinhalb Prozent an Zinsen bezahlen. Wir haben vor einigen Jahren noch vier oder fünf Prozent Zinsen für Staatsschulden gezahlt. Durch die aktuellen Schwierigkeiten ist nun die Kluft zugunsten jener, die ohnehin besser sind, grösser geworden. Das heißt: Es gibt Gewinner dieser Wirtschaftskrise – nämlich jene Staaten, die von den Markten positiv beurteilt werden. Durch die niedrigen Zinsen haben die den meisten Nutzen, während es anderen schlechter geht.

NEWS: Das sehen die Deutschen anders. Der "Spiegel" schreibt: "Das Signal an die Krisenstaaten ist verheerend. Wer sich mehr anstrengt als unbedingt nötig, ist bald selbst schuld."

Faymann: Ich habe in Deutschland viele Freunde, denen bewusst ist, dass es um Wachstum geht. Und dazu gehört der Export. Und für den braucht man auch Partnerländer wie Italien und Spanien. Da gibt es kein "Einer gegen alle", wir müssen gemeinsam in Europa gut dastehen.

Österreich auf Gewinnerseite

NEWS: Sie haben sich zwischenzeitig mit Ländern wie Italien und Frankreich verbündet. Vor einem Jahr haben Sie noch gesagt, Sie hätten ein besonders gutes Verhältnis mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Haben Sie die Freundschaft zu Frau Merkel verraten?
Faymann: Nein. Ich habe noch immer ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu ihr. Wenn die deutsche Kanzlerin jedes Mal einen Verrat begehen wurde, wenn sie nicht unsere österreichische Position vertritt, wäre das ja auch traurig. Daher wird sie das umgekehrt auch nicht so sehen. Ich habe mich zum Beispiel sehr stark in Sachen Stresstests für Kernkraftwerke engagiert. Da hat sie nichts dazu gesagt, und ich habe mich auch nicht verraten gefühlt. Wir sind eigenständige Länder, die eigenständige Entscheidungen treffen – auch wenn wir mit Deutschland sehr viel gemeinsam haben.

NEWS: Vorige Woche hat der frühere Magna-Chef Siegfried Wolf in einem NEWS-Interview gemeint, Österreich sei eine "vermeintliche Insel der Seligen, auf der es sich Kanzler und Vizekanzler immer noch leisten können, den Wählern Sand in die Augen zu streuen. Wir haben Stillstand." Was sagen Sie zur harten Kritik des mutmaßlich bestbezahlten Managers aus Österreich?
Faymann: Der bestbezahlte? Ich dachte eigentlich immer, das sei Herr Treichl (lacht). Manchmal scheint es an der Tagesverfassung zu liegen, wenn solche Zitate publik werden. Dass Herr Wolf – so wie wahrscheinlich jeder Österreicher – irgendetwas auch einmal anders machen wurde als der Kanzler oder der Vizekanzler, ist noch nicht außergewöhnlich. Aber insgesamt war mein Eindruck in Gesprächen mit Herrn Wolf, dass er – übrigens genauso wie Herr Treichl – froh darüber war, dass wir ein Klima des Miteinanders haben. Unser Sparpaket hatte große Ausmaße und ging ohne gewalttätige Straßenkämpfe über die Bühne, ohne Generalstreiks, ohne unversöhnliche Auseinandersetzungen wie in vielen anderen Ländern. Herr Wolf hat diese Vorteile in den Gesprächen immer hervorgehoben, vielleicht sind sie an dem Tag, als er das Interview gab, nicht so hervorgehoben worden. Ich gebe auch nicht immer Interviews, wo alles harmonisch ist.

Ich fürchte mich weder vor Frank Stronach noch vor den Piraten

NEWS: Schmerzt Sie derartige Kritik, oder ist Ihnen das egal?
Faymann: Egal ist der falsche Ausdruck. Ich weiß, dass insbesondere Manager von uns verlangen, dass wir schneller „umstrukturieren“. Auch ich wünsche mir manchmal, dass es schneller geht. Etwa bei der Gesundheitsreform oder beim Dienstrecht der Lehrer, wo ich ungeduldig bin. Bei diesen Bereichen teile ich die Kritik sogar. Bei der Bildung haben wir zusätzliche Mittel für die Universitäten in die Hand genommen und das Ganztagsangebot bei Schulen ausgebaut. Trotzdem dauert es viel zu lange, bis ganztägige Schulformen flächendeckend in Österreich angeboten werden. Thema Gesundheit: Da unterstütze ich die mühevollen Vorbereitungen zwischen Bund und Ländern, weil da wirklich sehr viel Geld drin ist. Einzig: Überspitzte Formulierungen sind nicht meine Sache

NEWS: Ist ÖVP-Chef Michael Spindelegger das Beste, was Ihnen passieren konnte?
Faymann (lacht): Das größte Glück in meinem Leben sind meine Frau und meine Kinder.

NEWS: Frank Stronach schaltet derzeit sehr populistische Inserate. Wandelt er auf den Spuren der FPÖ? Wie „blau“ ist er?
Faymann: Ich kann ihn nicht einschätzen. Er zahlt schon kräftig ein, und man weiß nicht, wofür. Mir ist nicht klar, was das für eine Partei wird und welchen Sinn das haben soll.

NEWS: Sie fürchten ihn nicht?
Faymann (lacht): Ich fürchte mich weder vor Frank Stronach noch vor den Piraten.

NEWS: Weil gleich Arnold Schwarzenegger vorbeikommt: Gibt es etwas, das man von ihm lernen kann?
Faymann: Dass die Starken unseres Landes nicht selbstverständlich sind. Immer wenn ich ihn treffe, sagt er, wie besonders Osterreich ist, dass im Gegensatz zu anderen Ländern bei uns das Gemeinsame mehr im Vordergrund steht als die Konflikte. Und dass wir mit unserer geringen Arbeitslosigkeit ein Vorbild sind.

Das ganze Interview finden Sie in der aktuellen Printausgabe von NEWS (27/2012)

Kommentare

Arnie+Faymann % zwei richtige Vollkoffer und Watsch´n Gsichter.

ESM - Enteignungsvertrag Danke an alle die für einen ESM einteignungsvertrag lautlos zustimmen.

Es muss schon allen klar sein das dadurch auch das Privatkonto konfisziert werden kann und auch Grundstücke etc. Die meisten wissen das nicht und genau das ist der Plan dieser Verbrecher.

keinen Bessere/n Die SPÖ ist eine große Partei, da fragt man sich manchmal schon, warum die keine besseren Leute haben. Da war ja der Gusenbauer noch besser und sympathischer. Na ja die Zeiten eines Bruno Kreiski sind schon lange vorbei, aber so etwas muss auch nicht sein.

kanguruh melden

an failmann aus der ehemaligen arbeiterpartei ist ein korrupter haufen versager geworden.wer außer eisenbahner und ausländer kann da noch spö wählen?

kanguruh melden

Re: an failmann ausländer mit österreichischer staatsbürgerschaft,
was sich auch bald im sinne der spö ändern kann

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