Wer fährt zu Olympia nach Turin? Für Österreichs Speed-Damen wird es ernst

In vier Rennen können noch Tickets gelöst werden PLUS: Kostelic nun immer und überall Mitfavoritin

Die Kroatin Janica Kostelic hat in Bad Kleinkirchheim historische Tage erlebt, aber auch Michaela Dorfmeister hatte Grund für eine äußerst zufrieden stellende Bilanz. Die Niederösterreicherin fuhr in allen drei alpinen Ski-Weltcup-Rennen auf das Podest und verließ Kärnten mit den Roten Trikots für die Führungen im Abfahrts- und Super-G-Weltcup. Sie hat ihr Leiberl für die Olympischen Spiele in Turin wie Alexandra Meissnitzer längst fix, für die anderen ÖSV-Speed-Damen geht es an den kommenden Wochenenden in St. Moritz und Cortina noch um die Qualifikation.

Viel mehr als ein Platz wird allerdings wohl nicht zu vergeben sein, denn es ist damit zu rechnen, dass Renate Götschl, auch wenn ihr ein Stockerlplatz im Olympiawinter noch fehlt, zumindest in der Abfahrt fix dabei ist. Dagegen sagte auch Damen-Cheftrainer Herbert Mandl nichts, zur Form der Steirerin, die in Bad Kleinkirchheim in den Abfahrten 15. und 6. sowie im Super G 19. wurde, meinte er: "Sie hat momentan nicht das Vertrauen in sich. Aber das wird schon. Sie fährt sicher mit."

Noch ist aber keine ÖSV-Dame aus dem Rennen für einen Speed-Start, die besten Chancen haben nach den Saisonleistungen Elisabeth Görgl, Andrea Fischbacher und Brigitte Obermoser. Marlies Schild, beim Weltcupfinale 2005 in Lenzerheide bereits einmal Zweite im Super G und am Sonntag in Bad Kleinkirchheim Achte, wird sich bei Olympia in Sestriere wohl auf die technischen Bewerbe und die Kombination konzentrieren. Ausschließen will Mandl aber momentan nichts: "Noch hat jede eine Chance, und wer jetzt auf das Stockerl fährt, der hat natürlich gute Karten." Auf dem Programm stehen bis zu den Winterspielen noch je ein Super G und eine Abfahrt in St. Moritz und Cortina d'Ampezzo.

Gute Erinnerungen an St. Moritz
Dorfmeister, die mit den zwei zweiten Plätzen und einem dritten Rang in Bad Kleinkirchheim 61.000 Schweizer Franken (39.378 Euro) verdiente, hat gute Erinnerungen an St. Moritz, wo am Freitag der Super G, am Samstag die Abfahrt und am Sonntag eine Super-Kombination gefahren werden. 2003 holte die Niederösterreicherin, die in den neun bisherigen Speed-Rennen in dieser Saison acht Mal auf dem Podest war, dort den Weltmeistertitel im Super G, ihren einzigen Weltcupsieg im Schweizer Nobelort feierte sie 1999 ebenfalls in dieser Disziplin. Eine sehr gute St. Moritz-Bilanz hat Götschl mit drei Abfahrtssiegen (1999, 2000, 2003).

Und eine Janica Kostelic muss man künftig in allen Disziplinen auf der Rechnung haben. Ihr Super-G-Sieg, mit dem sie Ski-Geschichte schrieb, weil sie als erst dritte Läuferin nach der Österreicherin Petra Kronberger und der Schwedin Pernilla Wiberg nun in allen "klassischen" fünf Alpin-Disziplinen gewonnen hat, wurde dem kroatischen TV-Publikum allerdings vorenthalten. Zahlreiche Proteste waren die Folge. Das öffentlich kroatische Fernsehen HTV hatte am Sonntag zu der Zeit, in der das Skirennen lief, eine Messe ausgestrahlt.

(apa)